Zeitschrift für Geschichte und Auslegung der alten Kunst — 1.1818

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Kelternde Satyrn.

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Manier, und mit dem Meisel vollendet. Die Ara
ist herrlich verziert^). Dem alten Erzbischofs von
Taranto will ich zureden, sie formen und ai ftudi
bringen zu lassen. Inschrift hatte sie keine. Der
Marmor ist feinkörniger Parischer oder PenteUscher.
Da die Oberfläche schwarz ist, so habe ich es nicht
genau erkennen können."

Eine auffallende Uebereinstimmung zeigt sich
zwischen der Brldhauerey dieses Werks und den
Friesen am choragischen Denkmal des Lysikrates, die
Bestrafung der Tyrrhener enthaltend, in Stuarts
Alterchümern von Athen Th. i Kap.g.. Man sehe
auf die Eigenschaften der Zeichnung, oder auf den
Charakter, unter welchem die Satyrn in beyden auf-
gefaßt sind, derb und bäuerlich, doch nicht unge-
schlacht, gewandt und kräftig in ihren Bewegungen,
zum Theil auf anmuthige Art, doch frey von allem
gesucht Zierlichen und weichlich Gefälligen, und auf
die Unterschiede der alten und der jungen unter ih-
nen, so wie auf das Besondre in ihrer Bezeichnung,
als den langen Schweif, so wird man geneigt seyn
zu vermuthen, daß die Werke selbst, wenn sie ne-
ben einander gehalten werden könnten, die Verwand-
schaft, welche aus wenig oder gar nicht ausgeführten
Abbildungen hervorleuchtet, noch weit deutlicher zu
erkennen geben möchten.

Das

Z) Bet) Caylus ist ein Umriß der Ara selbst beygefügt, deren
Sockel sowohl als Kranz mit einfachen Verzierungen umge-
ben sind. Als Höhe wird von ihm angegeben 5 Palm, als
Durchmesser 2 if: P. Uebrigens spricht auch Caylus, selbst
nach sei er Zeichnung, mit Begeisterung von der Richtigkeit
und Schicklichkeit des Ausdrucks, von der Anmuth und der
Wissenschaft, die sich überall in diesem Werk offenbare.
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