Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 93
COD. PAL. GERM. 93
Passionsbetrachtung

Papier • 206 Bll. • 28,9x20,5 • Süddeutschland • um 1500

Lagen: (II-l)3* + 7 VI83 (mit Bl. 4») + V93 + 8 VI189 + (VIII-3)202*. Bll. 12, 23, 24, 118 und 129 angefalzt; dabei
wurden die Bll. 12 und 23 vertauscht. Foliierung des 17. Jhs.: 1-199. Bll. 1*—4* und 200*-202* mit moderner
Zählung. Wz.: Ochsenkopf mit Blume und Beizeichen (verschiedene Varianten), darunter a.) ähnlich Piccard
2, Typ XII/789 (Süddeutschland 1495); b.) ähnlich Piccard 2, Typ XII/793 (Süddeutschland u.ö. 1499-1503);
Waage in Kreis mit Stern, ähnlich Piccard 5, VI/26 (Udine 1491, 1492); Dreiberg mit Kreuz (Vorsatz; vgl. Wz.
Text Cod. Pal. germ. 153), Piccard 16, VII/2266 (Kempten, Leipzig 1476, 1477). Schriftraum: 22,5 x 14,5; zwei
Spalten, 26-33 Zeilen (Schriftraumbegrenzung blind geritzt). Schlaufenlose Bastarda von zwei Händen. Zahl-
reiche Korrekturen. Überschriften in Rot. Initialen über drei bis fünf Zeilen mit Besatzfleuronnee und vege-
tabilen Binnenfüllungen in Blau, Rot und Braunrosa (lra, 2va, 32rb, 53va, 90ra, 106ra, 111™, 117va, 122r\ 131vb, 140vb,
188", 195vb). Zweizeilige Lombarden in Rot und Blau. Übliche Rubrizierung. Tintenfraß vor allem bis Bl. 103.
Pergamenteinband des 17. Jhs. (römisch), Rückentitel: 93/Historia/Jesu Christi/Passionis (17. Jh.). Gelb-grünes
Kapital. Rundes Signaturschild, modern: Pal. Germ. 93.

Herkunft: 4*r Capsanummer: C. 107. Vorderspiegel Inhaltsangabe (20. Jh., Bibliothekar Hermann Finke).

Schreibsprache: mittelbairisch.

Literatur: Bartsch, Nr. 57; Wilken, S. 339; Kat. HSA-BBAW (Günther Jungbluth, Dezember 1937,11 Bll).

ra_ 199va PASSIONSBETRACHTUNG ,DIE HOHE DES HIMELS'. >Das ist ein köstlicherpas-
sion von dem leiden vnsers lieben herrn Ihesu Cbristi<. Die hoch des hymels vnd weyte der erde
vnd tieffe des abgrunts Wer hat die gemessen ... 103r das wir durch dein martter vnser vnrayn ge-
wyssen vnd sünd bewaynen vnnd dultigklichen all belaidung vnser veinde leiden, das wir dein be-
girlich angesycht ewigklich mügen anschawen Amen. Sprich disem leiden Christi mit andacht ain
pater noster vnd aue Maria vnd ainen glauben. 106ra >Tribulationem et dolorem inveni. Ps. Cxiiii<.
Ich hob trübsal vnd schmerczen gefunden [Ps 114,3]. £5 ist gewonheitpey den menschen diser weit,
das die andern frewnt So derfrewnt gestorben ist, kumen in sein haws, klagent den tod ires gestor-
ben frewnds ... 199va ob er euch wachent finde sein leiden betrachtent finde in dem nit allein dy
höhe der hymeln vnd abgrund der tieffe Sunder auch das ewig leben beschlossen ist, das ir durch
söllich betrachtung finden vnd besyczent mügent Das vns allen dann well geben Christus Ihesus
vnser hailer Der mit got dem vater vnd heiligen geist in triualtiger vnd ayniger volkumenheit le-
bet got ewigklichen Amen. 7mt Blattversetzung Bll. 12/23 s.o. Die sonstige Überlieferung in Ber-
lin SBB-PK Ms. germ. fol. 1318, Eichstätt Benediktinerinnenkloster St. Walburg Cod. germ. 5 und
Tübingen ÜB Cod. Md 129 stammt aus den Jahren 1489 bis 1530. Die Betrachtung ist geschri[ben]
und in dises teusch gepracht (53va) für eine nicht genannte, kürzlich verwitwete (198rb- 199va), fürst-
liche frowe. Zum Inhalt Kurt Ruh, in: VL2 7 (1989), Sp. 344f. (der Inhalt der Hs. dort falsch beur-
teilt). Außer den bei Ruh genannten Autoritäten werden unter anderem die hl. Birgitta (f 1373),
Simon Fidati de Cascia (f 1348), Franciscus de Maironis (t 1328), Robertus Holcot (f 1349), Jo-
hannes Gerson (| 1429) und Johannes de Capestrano (f 1456) zitiert. - l*r-4**, 103v-105v, 199vb,
200*r-202*v (bis auf Capsanummer [4:;r] und Schriftraumbegrenzung [200::"r-202*v]) leer.

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