Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 96
COD. PAL. GERM. 96
Andreas von Regensburg: Chronik von den Fürsten zu Bayern

Pergament • 1 (Pap.) + 27+1 (Pap.) Bll. •35 x 26• Süddeutschland • Mitte 15. Jh.

Lagen: (I-l)1* + 3 IV24 + (III-3)27 + (I-l)28*. Reklamanten, beschnitten. Moderne Foliierung; eine übereinstim-
mende Foliierung des 16. Jhs. ist durch Beschnitt fast überall weggefallen. Vorn und hinten je ein Papierdoppel-
blatt als Vorsatz und Spiegel, mit moderner Zählung (1* und 28*). Wz.: Krone mit Kreuz und Stern (Vorsatz;
zwei Varianten), darunter Piccard 1, Typ VII/101 (Werne [Westf.] 1553). Schriftraum: 25x17; 39 Zeilen.
Schriftraumbegrenzung, Versalienspalte und Zeilengerüst in schwarzer Tinte. Bastarda von einer Hand. Einige
Textnachträge vom Schreiber am unteren Rand, selten Ergänzungen zwischen den Zeilen und Verbesserungen
auf Rasuren. Nachträge auf Bll. 22v, 23r (s. u.) in Kanzleischrift des 16. Jhs. Randnotizen und Anstreichungen mit
Bleistift von unterschiedlich alten Händen. Kapitelüberschriften in Rot. Zweizeilige rote Lombarden. Zahlrei-
che genealogische Schemata in Rot und Schwarz. Übliche Rubrizierung. Brauner Ledereinband mit blindge-
druckten Rollenstempeln und Streicheisenlinien von Petrus Betz (?). Vorderseite vergoldete Platte mit Bildnis
Ottheinrichs und Unterschrift: OTTHAINRICH VON. G. G. PFALTZ/GRAVE BEY REIN DES HEILI-
GEN/RÖMISCHEN R. ERTZ. VND. CHÜR/H. INNIDERN VND OBER BEYERN; Jahreszahl 1558; ver-
goldeter Engelskopf (Presser, S. 287, Abb. 5); Rückseite vergoldetes Wappen der Pfalz, ohne Einfassung, oben
O. H. P. C. [Ottheinrich Pfalzgraf Churfürst], unten M. D. Z. [Mit der Zeit] (Haebler 2, S. 71, Platten I, III,
vorne Rollen 1, 4, 3, hinten Rollen 3, 4, 1; Berenbach, S. 32 Nr. 26; Von Ottheinrich zu Carl Theodor, Nr. 15).
Jungbluth (s. Lit.) liest noch den Rückentitel: 9[6]/[H]2sf[ori]tf/[d]«c[u]m/5[au]<z[ri]<e. Messingbeschläge, zwei
Riemenschließen. Farbschnitt (gelb). Blau-weiß-rotes Kapital. Restaurierung 1962 (Hans Heiland): Rücken aus-
gebessert.

Herkunft: Nach Schneider (s. Lit., S.248) könnte „die Abschrift von vornherein für einen Witteisbacher ange-
fertigt" gewesen sein. Moeglin (s. Lit., S. 259) vermutet - ohne Begründung - Entstehung 1445. 27v Notiz in
winziger Kurrentschrift des 16. oder späten 15.Jhs.:vfmontagnach Laurentii A[nn]o 21. Leidinger und Jung-
bluth (s. Lit.) lesen Ao. 41. Leidinger hält es für nicht unwahrscheinlich, daß der Schreiber selbst damit den
Abschluß der Arbeit datierte. Sowohl die Schreibsprache der Notiz wie deren Schriftcharakter weisen jedoch
auf eine zeitlich wie räumlich mit der Abschrift nicht direkt zusammenhängende Situation. Hs. im Besitz Pfalz-
graf Ottheinrichs, nach dessen Tod Teil der Heiliggeistbibliothek, verzeichnet im Katalog von 1556/59: Vatikan
BAV Cod. Pal. lat. 1937, 15r [Historici, Median] Chronica der Fürsten von Bayern, auf Perment geschrieben.
2.3.21. 1.6.2. (Abschrift in Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1941, 12r [Historici, Median]) und danach im Inventar
der Heiliggeistbibliothek 1581: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1956, S. 5 [Historici, 2°] Der Bayerischen Fürsten
Chronica geschrieben Ferment. Median, bretter, rot leder, bucklen (Abschrift in Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1931,
273v). Im Vorderspiegel Verweis auf den Palatinakatalog in Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1931:/?. 273. b. P. (16. Jh.;
nach 1581). 1** Andr. Presb. Ducum Bauarie Historia (von der Hand eines der 1623/24 in Rom mit der Regi-
strierung der Palatina-Bestände befaßten Bibliothekare, möglicherweise Alessandro Ranaldi; vgl. Vatikan BAV
Cod. Pal. lat. 1949).

Schreibsprache: bairisch.

Literatur: Bartsch, Nr. 59; Lori, Bl. 3r Nr. 95 [!]; Wilken, S. 340; Leidinger (s. Cod. Pal. germ. 94, Lit.),
S.LXXXXVf.; Kat. HSA-BBAW (Günther Jungbluth, September 1937, 7 Bll.); Schottenloher, S.46,
Anm. 32; Backes, S. 116, Anm. 47; Jean-Marie Moeglin, Les ancetres du prince. Propagande politique et nais-
sance d'une histoire nationale en Baviere au Moyen Age (1180-1500), Genf 1985 (Hautes etudes medievales et
modernes 54); Joachim Schneider, Die ,Chronik von den Fürsten zu Bayern' des Andreas von Regensburg:
Übersetzung als Funktionswandel?, in: Horst BRUNNER/Norbert Richard Wolf (Hrsg.), Wissensliteratur im
Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Bedingungen, Typen, Publikum, Sprache, Wiesbaden 1993 (Wissenslite-
ratur im Mittelalter 13), S.245-252, hier S.248; Schneider (s. Cod. Pal. germ. 94, Lit.), S. 129-172, hier S. 156f.
und Anm. 120.

lr-27r ANDREAS VON REGENSBURG (Andreas Ratisbonensis), CHRONIK VON DEN
FÜRSTEN ZU BAYERN. [Rot:] >Im nam des herren hebt sich an Cronik von Fürsten zu Bayren<.

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