Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen für das Jahr 1928 — Heidelberg, 1928

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Lblsrislsgilche LMsmmentteüung

michtiger Gegebenheiten nnd Lreignisse in der Stadt Heidettrerg.

Die Geschichte Heidelbcrgs reicht, wie die „städtischen AuSgrabungen" der Jcchre 1898—1901 erwiesen
haben, bis in die jüngere Steinzeit hinaus.

Wo hente das Bergheimer und das Nenenheimcr L>tadtviertel sich ausdehnen, lagen schon in der jüngeren
Steinzeit(neolithischcnZeit) blichende Dörser.die durch die Bronzezeit, die ältere und jüngereEisenzeit (vie
.Hallstatt- undLa-Töne-Periode), durch die Nömerzeit und die frühgermanischeZeit bis in das späteMittel-
alter bezw. bis in die Gegenwart fortüestanden habcn.

ZurRömerzeit(1.—8 Mrhrhunoerl) btldete dieHeidelbeig^Gemarkung einen Teil der eivtras8usdo-
rnm Xicrelnm, eines Verwnltungsvezirkes der römischen Provinz Germania Superior. Das Römerkastcll
zu Renenheim (dessen Grnndmauern 1896 aufgedcckt wurden) bildete als Neckarsperrfort eincn wichtigen
militärischen Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichtiges Bindeglied der hicr sich kreuzenden
i ömi s ch e n M ilitärstraßen.

76ä. Erste Erwähnung des DorfeS Neuenheim iu ?iuer Urkuude.

767. Erwähnung des Dorfes Wieblingcn in einer Lorscher Urkunde.

78!. Erste Erwähnuug des Dorfes Bergheim in einer Urkundc VcS Klostcrs Lorsch.

788. Schenkung einer Baßlika in Wieblingcn an Lorsch.

Jm 9. Jahrh. Grüudung eines Lilosters (mit derMi'chaelsbasilikn) auf der höchstcnKuppe des Hciligen-
berges.

Ende des II.Jahrh. Gründung des SlcphansklosterS auf der vordercn tinppc dcs HciligenbergeS.
1196. E)ste urkuudlichc Erwähnung der Ltnvt Heidclbcrg.

1217. Aclicsjc Nachricht vou eincr Fähre übcr Vcn Ncckar.

1225. Erste urknndl.Erwähnnng „der obercn Bnrg" anf dem kleinen Gaisberg (Molkcnkurhügel).
1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältcsten Heiliggciükirchc.

1303. Erste nrkundlicheErwähnung 'der „bcidenBurgen" d.h d>'r„obcren" (des „altcn Scblosscs"
auf dem kleinen Gaisbcrg) und der „unteren" Burg (des hemigen Schlosses) zu Heidelberg.
1874. Gründung der Hofapotheke am Marktplatz.

2ä. Juli 1384. König Wcnzel hält einen großen Rcichstag in Hcivclbcrg ab, um dem drohcnden AaZ-
bruch von Fcindscligkeitcn zwischcn dcn Fürsten und Hcrrcn cincrscits und den Siddtcn
andcierscits vorzubcugcn.

18. Oktbr. 1886. Krluiduiig der Univcrsität durch Knifürst Nuprccht I.

1892. Vereiiiigmig deZ Dorfes Bcrghcim mii der Stadt Hcidclbcra durch Kurfürst Ruprccht II.
1396. Leichenseier dcs l. Nektors der Univcrsität, Marsilius von Inghen, in dem ncnerbaulen
Chor der Heiliggeislkirche-, scine Bcisetzung in vcr Pcrerstirche.

1400—1410. Kurfnrst Ruprecbt llt. deutschcr Künig. Sein Giabmal in dcr Heiliggeistktrchs.

1415. Papst Johanncs XX11I. G.sangcncr aus dcm Sckilosse uiiter Kursürst Ludwrg III.

30. Juni 1462. Kursürst Friedrich der Siegrciche siegt bei Seckenheiin.

147l>. Zcrstörung der Ncckarbrücke durch cinen Eisgaug.

1485. Erscheint das erste in Hcivelberg gedruckte Buch.

16. März 1485. Grundstcinlcgung zur neuen St. Petcrslirche unter Kurfürst Philipp.

1487. Bcrkauf der Kramlädcn rmd Plätze zwischen den Pfcilern der Heiliggeistkirchc von
der Universität an die <Ltadt.

2b. April 1518. Martin Lnthcr verteidigt im Augustinerklostcr vor einer großen Vcrsammluug 40
Thcsen; sein Besuch auf dem kurfurstl. Schlossc.

1524. Voiiendung d. Ludwi.sbaues auf dcm Schloß unter Kurs. Ludwig V.

1533. Bollcnduug d. dicken Turmes nuf dcm Schlossc uuter Küif. Ludwig V.

5. April 1537. Zerstörung d. oberen Burg auf d. jetzigen Molkentur durch Blitzstrahl.

3. Fan. 1546. Erster protest. Gottesdienst i. d. Heiliggeistkirche untcr Kürs. Friedrich II.

1550. Ausbau des achteckigcn Turmes durch Kurfürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Reformation in der Pfalz durch Kurf. Otto Hernrich.

1557—1559. Erbanung, aber nicht Vollcndung des Otto-Heinrich-Bancs aus dem Schloß durch
rcurlurst Otto Heinriclß

1591. Erbauung des ersten Großen Fasses unter Kurfürst Jobann Kasimir.

1592. Erbauung des heutigeu Gasthofes „Zum Ritter St. Georg" durch den Hugenotten
Otmrlss lioiior.

!601—1606. Erbauung des Friedrichsbnues unter Kurfürst Friedricki IV.

1612. Vollendung dcs Englischen Baues unter Kursürst Friedrich V.

1616—162R Anlegung des Schloßgartens, insbesondere dcr großen iDchloßterrasse, durch 8g.Iomoll
cks 6nu8 unter Kursiirst Friedrich V.

l6. Dcpt. 1622. Erstürinung der Stadt durch dre baycrischen Truppen unter Tilly.

!5. Febr. 1623. WegfUhrung der Universitäts-Bibliothek nach Roim
!5. Mai 1633. Einnahme d. Stadt durch d. schwed. Truppen unter Oberst Abel Moda.

3. Dezbr. 1634. Einnahme der Stadt durch die kaiserl. Truppen unker Graf Gallas.

18. April 1659. Grundstcinlegung zur Providenzkirche untsr Kurfürst Karl Lndwig.
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