Stadt=Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen und Leimen für das Jahr 1935 — Heidelberg, 1935

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wichtiger Legebeuheiten und Lreiguijse in Ler Ltadt Heiüeiberg.

XXIII

Dic Geschichte Heidelbergs reicht, wie die „städtischen AuSgrabungen" der Jahre 1898—1901 erwiesen
haben, bis in die jüngere Steinzeit hinauf.

Wo hcute das Bergheimer und das Neuenheimcr Stadtviertel stch aurdchnen, lagen schon in der jüngere»
StcinzeitsneolithischenZeit) blühende Dörfer,die durch dieBronzezeit, dic ältere und jüngereEisenzeit (die
Hallstatt- undLa-Düne-Periode), durch die Römerzeit und die frühgermanischeZcit bis in daS späteMttel-
alter bezw. bis in die Gegenwart fortbestanden haben.

ZurRömerzeit(1.—3.Jahrhundert) bildete dieHeidelbergerGemarkung einen Teil der eivitss 8uebo-
rum Moretum, eines VerwaltungSbezirkeS der römischen Provinz Germania Superior. DaS Römerkasttll
zu Neuenheim (desfen 2rundmauern 1896 aufgedeckt wucden) bildete als Neckarsperrfort einen wichtigen
militärischen Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichtigcs Bindcglied der hier stch krcuzendcu
römischen Militärstraßen.

765. Erste Erwähnung de§ Dorfes Neuenheim in einer Urkunde.

767. Erwähnung des Dorfes Wieblingcn in ciner Lorscher Urkunde.

767. Erwähnung deS Dorfes Rohrbach in ci.„r SchenkungSurkunde dcS KlosterS Lorsch.

781. Erste ErwLhmmg des DorfeS Bergheim in ciner Urkunde des KlostcrS Lorsch.

788. Schenkung einer Bastlika in Wieblingen an Lorsch.

Jm 9. Jahrh. Gründung cines Klosters (mit derMichaelsbastlika) auf der höchsten Kuppe des Heiligen-
berges.

Ende des II.Jahrh. Gründung des Stcphansklosters auf der vorderen Kuppe deS HeiligenbergeS.
1196. Erste urkundliche ErwShnung der Stadt Heidelberg.

1217. Aelteste Nachricht von einer FShre über den Ncckar.

1225. Erste urkundl.Erwähnung „der oberen Burg" auf dem kleincn Gaisberg (Molkenkurhügrl).
1289. Erste urkundliche Erwähnung der Lltesten Heiliggeistkirche.

1303. Erste urkundliche Erwähnung dcr „beiden Burgen" d.h. der „oberen" (deS „altenSchlosseS"
auf dem kleinen Gaisberg) und der „unteren" Burg (dcS heutigen SchlosseS) zu Heidelberg.
1374. Gründung der Hofapotheke am Marktplatz.

25. Juli 1384. König Wcnzel hält eincn großen Rcichstag in Heidelberg ab, um dem drohenden AuS-
bruch von Feindseliglciten zwischen dcn Fürsten und Herren eincrscits und den StSdten
andcrerseits vorzubeugen.

18. Oktbr. 1386. Gründung der UniversttLt durch Kurfürst Ruprecht I.

1391 weiht der Bischof von Worms die in der jetzigen Dreikönigstraße gelegene Synagoge als
Marienkapclle.

1392. Die leibeigenen Bauern des Dorfes Bcrghcim werden vom Kurfürst Ruprecht ll. in der
Heidelberger Vorstadt, westlich der Grabengasse, angestedelt.

1392. Bereinigung des Dorfes Bergheim mit der Stadt Heidelberg durch Kurfürst Ruprecht II.
1396. Leichenfeier des I. Rektors der Universttät, Marsilius von Jnghen, in dcm neuerbauten
Chor der Heiliggeistkirche; seine Beisetzung in der Peterskirche.

1400—1410. Kurfürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grabmal in der Heiliggeistkirche.

1415. Papst Johannes XXIII. Gefangener auf dem Schloffe unter Kursürst Ludwig m.

1430. Ludwig III. erbaut im Vorort Schlierbach die Laurentiuskapelle und das Gutleuthaus
lAussätzigenspital).

30. Juni 1462. Kurfürst Friedrich der Siegreiche siegt bei Seckenheim.

1462. Markgraf Karl I. von Baden, dessen Bruder Bischof Georg von Metz und Graf Ulrich
von Wirtemberg kommen als Gefangene aufs Heidelberger Schloß.

1470. Zerstörung der Neckarbrücke durch einen Eisgang.

1485. Erscheint daS erste in Heidelberg gedruckte Buch.

16. MSrz 1485. Grundsteinlegung zur neuen St. PeierSkirche unter Kurfürst Philipp.

1489. Besuch Kaiser Maximilian I. bei Kurfürst Philtpp dem Aufrichtigen.

20.-23. Okt. 1503 besucht Erzherzog Philipp der Schöne, Sohn Kaiser Marimilians I., der spätere König
von Kastilien und Vater Karls V. das Heidelberger Schloß.

15-2 -12 studierte Melanchthon in Heidelberg, das er 1524 und 1557 wieder besuchte.

26. April 1518. Martin Luther vcrteidigt im Augusll.^rkloster vor einer großen Versammlung 40
Thesen; sein Besuch auf dem kurfurstl. Schlosse.

1520 wird auf der rechten Neckarseite bei der alten Brücke dis Lieb-Frauenkapelle von einer
Bruderschaft erbaut (1689 von den Franzosen verbrannt).

1524. Vollendung d. Ludwigsbaues auf dem Schloß unter Kurf. Ludwig V.

1533. Vollendung d. dickcn Turmes auf dcm Schloffe untcr Kurf. Ludwig V.

5. April 1537. Zerstörung d. obcren Burg auf d. jetzigen Molkenkur durch Blitzstrahl.

3. Jan. 1546. Erster protest. GotteSdienst i. d. Heiliggeistkirche untcr Kurf. Friedrich II.

1550. Ausbau des achteckigen Turmes durch Kursürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Reformation in der Pfalz durch Kurf. Ottv Heinrich.

1557—1559. Erbauung. aber nicht Vollendung des Otto-Heinrich-Baues auf dcm Schloß durch
Kurfürst Otto Heinnch.
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