Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 1): Monographie — Berlin, 1891

Seite: 9
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pillen und Lippen, am Ohr- und St im schmuck, an Hals- und Arm-
bändern, an den in den Händen gehaltenen Attributen, an San-
dalen und Kleidern erhalten. An den Kleidern linden sie sich
namentlich auf dem Hals- und Aermelbiinde, auf den Säumen und

als eingestreut« Muster; seltener ist ein Gewand mit einer einheit-
lichen Farbe bemalt, und, wo es vorkommt, ist es immer an den,
vom Pcplos zum gröfstej: Thcilc verdeckten Chitonen. Am nackten
Fleisch dieser Mariuorligurcn hat sich Benialung nicht gefunden,
l. 1,25 m. hoch erhalten. Der rechte Arm war eingezapft.
mihI inmitten auf unserer Tafel in
gegeben und zwar von oben nach
ler Staute vom Halsbunde des Chiton
■los auf einander folgen.
3, 1,215 ui. hoch, aus mehren Stücken wieder zusammen-
gesetzt; auch der linke Lnlcrarm ist bis nahe an die Handwurzel
erhallen gefunden, war aber bei Aufnahme unserer Photographie
nicht wieder angefügt. — Den Kopf schmückte ein Kranz mit
Blättern, zu deren Befestigung eine um-cgclmäTsige Reihe von Bohr-
löchern rings um den Kopf angebracht ist. Die gesenkte rechte
Hand ist durchbohrt und /.war gehl die Bohrung /wischen Fingern
und Daumen in grader Linie durch. Hin linderes Bohrloch, von
der anderen Seile des Daumens kommend, trifft in das erslere:
es scheint besonders den Zweck gehabt zu haben den Daumen
frei auszuarbeiten. Der linke Unterarm zeigt aufliegend den

Die gemalten G<
de utl ich er Wiedc

1 den Säumer

Schwanz eines wie bei andern mitgefundenen Bildern
Hand getragenen Vogels. Der Arm war eingezapft 1
durch den Zapfen geht ein Bohrloch, in welchem der
brachen ist. Diese Vorrichtung, um an-
scheinend durch einen in das Bohrloch ge-
steckten Bolzen die eingezapften Stücke fester
zu halten, findet sich mehrfach bei andern Esssa^g

Figuren. Die beistellende schematische Zeich- I - 7' '

ming diene zur Verdeutlichung: a. Körper
der Statue, b, eingezapftes Stück, cd. Loch
Pur den Bolzen, Ein solcher Bolzen aber ist bis jetzt nicht gefunden
und, aus welchem Stoffe ei- hergestellt gewesen wäre, nicht fest-
gestellt. An einer Figur (als 11. 79 bezeichnet) war ein herab-
hängendes Gewandstück in dieser Weise angestückt und in dem
erhaltenen Fragmente des Ansatzstücks wurde nur obenauf im
Bohrloch« ein dasselbe schliefseiider MarmorpImpfen gefunden,
während das Innere des Bohrlochs, wie Gillieron bezeugt, mit einer

weifslichen staubigen Masse,

1SS6, S. 76), sich gefüllt zeigt

gewesen sein kann, ist nicht v

1 Festigung der liinzapfunger

W

ithlich Marmorkitt (Vtyjj.n *;,/,■
Befestigung wirksam

inziisebeii. Kill isl auch sonst
rwandt. — 1 )as gemalte Muster

des breiten Saumes am Gewaiidübcrselüage 1

nullen der Tutel iinleu in Wiederherstellung ge-ebeii

Nach Mitteilungen von Petersen und W

Hgu.

TAFEL 20. ETRUSKISCHER SARKOPHAG IM BRITTISCHEN MUSEUM.

'oggio Cantarcllo entdeckter
Behälters 1,90, Breite 0,70

Dieser bemalte Thonsarkoph
4Miglien westlich von Chiusi am
Grabkammer. Gröfste Länge des
Höhe 0,42 Meter,

Wie die auf dem Sockel angebrachte Inschrift Seianü Tita-
mmia T/csnasa beweist, war in ihm eine Frau von der Familie
der Seianü beigesetzt. Sie ist auf dem Deckel dargestellt, in
reich geschmückter Tracht, gelagert, den linken Ellenbogen auf
ein Kissen stützend und auf der linken Hand einen geöffneten
Spiegel haltend, während die Rechte den über den Hinterkopf
gezogenen Mantel lüftet. Die Verstorbene ist offenbar von dem
Künstler stark idealisirt und verjüngt; denn der in dem Sarko-

phage gefundene Schädel,

dem mehrere Zähne fehlen und die
erhaltenen durchweg in hohem

Grade abgenutzt erscheinen, läfst
auf eine alte Frau schliefen.
I )ie Einzelheiten der Tracht und
des Schmuckes zeigt unsere Ab-
bildung, welcher ein Aquarell von
E, Eichler zu Grunde liegt, hin-
reichend genau um Beschreibung
entbehrlich zu machen.

Neben dem Sarkophage, an
der rechten Wand der Grabkam-
mer, waren mit eisernen Nageln
die hier in Umrissen dreifach ver-
kleinert abgebildeten hmfsilbemen
Toilettongcgcnsiände befestigt:

Fig. 1. Ein Spiegel. Das
dümni: Silberblech, aus dem er
besteht, beweist, dafs er nicht für
den (lebrauch, sondern nur als sc-
pulcralcs Dekorationsstück gear-
beitet ist. Der mit einem Wogen-
schema verzierte Rand ist ver-
goldet. Dieser Spiegel wurde bei
der Entdeckung des Grabes noch
an der Wand befestigt gefunden.
Die anderen vier Gegenstände

waren nach Vcrrostung der Nägel
auf den Boden herabgefallen.

Fig. 2. Ein Salbgefäfs. Der
punkt irren Wogcn-
schema verzierte Streifen, welcher
den Behälter umgiebt, ist ver-
goldet.

Fig. 3.

Eine Strit
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