Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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REISEBERICHT AUS ACIIAIA

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zen schlagen, welche sie theils als Vesta, und weniger iro-
nisch als Venus feiern : auf dem Revers der letzteren (Cohen
Med. f??%?er. I 383) erscheint bis auf ein um die Mitte ge-
schlungenes Gewand nackt Venus mit dem Scepter, in der r.
Hand den Helm mit deutlicher Beziehung auf den von ihr
bezwungenen Mars und der Umschrift VENVS AVGVSTA,
eine Namensverbindung, die nur hei den beiden Faustinen wie-
derkehrt. Da die offizielle Bezeichnung der Julia, wie wir aus
denArvalacten sehen, Julia Augusta war, und der leidenschaft-
liche Domitian sicherlich ihrem Culte sofort die grösste Aus-
dehnung geben liess — Schriftsteller und Inschriften lassen
uns hier freilich im Stich, aber die aussergewöhnlich zahl-
reichen Büsten, die uns erhalten sind, beweisen das — lief
eine gleichzeitige Dedication wie die der Fulvinia Helene,
keine Gefahr, missverstanden zu werden, obwol der Titel
Augusta bereits allgemeiner geworden war (Mommsen, Röm.
Staatsr. 11 772).
Allen diesen hier am Orte vorhandenen und gefundenen Mo-
numenten gegenüber, deren datirbar letztes noch Blüte der
Stadt am Ende des ersten Jahrhunderts voraussetzt, frage
man sich nun, ob die allgemeine, auf confuse Angaben,
identisch hei Strabon und Pausanias, gestützte Meinung recht
haben kann, welche hier Olenos sucht; Olenos, was schon
zu Polybios' Zeit eingegangen war (II 41 vom achäischen
Bunde TOSTO aX (fän^aXX 7roAa(JV, x; eVL XXL VUV CUg^xtvaE
(hxgavatv 7rAy]v 'QAevou xxt *E)4x7];, verballhornt von Strabon
384); von dem schon Strabon nur wusste (386) : (fafxvLrw
^ %VV] gaTX^U IIXTp&V Xxt Aup7]$ TOU TTxAxtOU T&V 'QlsvfhW
xvfcpxTo^, und 388 : "QAavo$ actx gav ap7]u.o$ — <^a
AugxRn T-iiv ^Apxv, und Pausanias VII 18 sagt, Olenos sei
einmal dort gewesen, und sei von Anfang an nur klein ge-
wesen , XVX xpovov (fa TOU$ OLX'ilTOpX$ axTxTTSfV U7TO XGQa^SLX^ <pXGt
"QAavov, xxt a^ ^a^px^ Ts xxt a^ E'jpuTa^^ xTro^^o^cxL.
Dass die heutige Ortstradition recht hat, welche hier Dy-
me sucht, lässt sich auch noch anderweitig beweisen. Sehen
wir zunächst ganz ab von Olenos, und prüfen die Ent-
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