Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 137
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I A S O S

(Hierzu Tafel III.)

Iasos, die alte dorisch-ionische Stadt, welcher der iasische
Golf—heute Golf von Mendelia—zwischen Milet und Halikar-
nass seinen Namen verdankt, hat in jüngster Zeit einen Ge-
schichtschreiber gefunden, der mit Sorgfalt alles zusammen-
getragen hat, was wir von ihrer Entwickelung und ihren Ein-
richtungen wissen1. Eine erneute Beschäftigung mit Iasos und
seinen Schicksalen könnte danach überflüssig scheinen, wenn
nicht Hicks’ eingehende Arbeit nach einer Richtung hin doch
eine Lücke aufwiese: es ist Micks nicht vergönnt gewesen, mit
eigenen Augen den unmittelbaren Eindruck der Lage der Stadt
und ihrer Trümmer zu empfangen, und wie viel wir aus sol-
chen Trümmern, auch wenn sie keine Inschriften tragen, ler-
nen können, ist vor nicht langer Zeit erst durch die Entdeckun-
gen in Olympia, Pergamon und auf der athenischen Burg voll
erkannt worden.

Die Angaben der Schriftsteller über Iasos sind spärlich,
erst Polyhios (XVI 12) erzählt die Gründungsgeschichte und
giebt nähere Nachrichten über Lage und Ausdehnung der
Stadt, die natürlich zunächst nur für seine Zeit Geltung ha-
ben. Die früheren Erwähnungen in den attischen Tributlisten
(C. I. A. I 230. 233-235. 238. 239. 244. 256. 262-264, vgl.
Köhler Urkunden und Unters. S 185) und bei Thukydides
(VIII 28,3. 4. 29,1. 54,3) beweisen nur, dass die Stadt vor-
handen war, dass sie stark befestigt war und einige Bedeu-
tung besass: der gegen Persien aufständische Amorges hatte

1 Hicks, Journal of Hellenic sluclies VIII 1887 S. 83-118.

ATHEN, MITTHEILUNGEN X"V.

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