Amira, Karl von
Die Grosse Bilderhandschrift von Wolframs Willehalm — München, 1904

Seite: 217
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Die grosse Bilderhandschrift von Wolfrains Willehalm.

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vor langen Buchstaben und nicht vor c. Rundes r folgt auf
o, d, b. Langes f im Wortauslaut findet sich selten, wohl zu-
fällig nur in H (ivaf, dinf, vnf). Bogenverbindung pflegt ein-
zutreten zwischen d oder b und folgendem e oder o, zwischen
p und folgendem p oder o; zuweilen kommt sie auch vor
zwischen v oder w und folgendem o oder e. tt1) steht häufig,
und zwar nicht nur vor oder nach m oder n, sondern auch
zwischen v und r, w und r, r und r, h und r, Je und r, s und 0,
w und s, l und c, l und Z; und r, r und v und ^, Z und t,
t und Anderseits kommt aber sogar vor oder nach m und n
auch blosses u vor. v = u gebraucht der Schreiber oft neben
n (stets in vnde) oder ttt oder » und nach i, h■== n in htm,
lehn, svn, genve, aber auch in zv, nü, tv. u = v setzt er zwi-
schen y und y (fynyanz), abwechselnd mit v vor a (nater und
vater, geuaren und gevarn, varen, vant, vanen), vor 0 (uor,
uoJgcn, geuocJdichen, aber auch vor, von, vogel), vor e (nelt,
uerre, ueste, aber auch veste, veder, vetter, und regelmässig ver),
vor i (uil, virgunt), ferner gewöhnlich vor r und I. y oder y
liebt der Schreiber in Fremdwörtern und im Diphthongen ey.
Die häufigsten Abbreviaturen sind 5 = er (so regelmässig in
cT, v^, ferner in 7js, ubs, antf, wed?, besunef, tocht\ itslicli,
Gramere) und — über n in vu (= vnde). Ausserdem findet sich
noch übergeschriebenes a = ra in spcA. Ein Punkt pflegt
den Schluss eines Verses zu bezeichnen. Selten dagegen dient
er zur syntaktischen Interpunktion.

Der Textinhalt von H und M besteht ausschliesslich aus
Stücken von Wolframs Willehalm und zwar stehen, verglichen
mit Lachmanns Text, auf H fol. 1 die Verse 220, 24-222,
27, auf H fol. 2 die Verse 235, 15—237, 15, auf M fol. 1 die
Verse 388r 21—390, 21, auf M fol. 2 die Verse 403, 13 —
405, 14. In der Regel beginnt mit jedem Vers eine neue
Zeile. Nicht selten jedoch, in H fünfmal, schliesst sich ein
Vers an den vorausgehenden noch in derselben Zeile an. Unter
Berücksichtigung dieses Unistandes berechnet sich aus den
zwischen den beiden Heidelberger Blättern fehlenden 377 Versen

') Woraus Mone immer no gemacht hat.
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