Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

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den sicli eine dicke Schlange windet; über ihm scheint sie einen merk-
würdig' gerippten und in ein krummes Horn endigenden Gegenstand zu
halten [in dem man wohl das goldene Vlies erkennen kann. Der
Jüngling wurde dann Jason vorstellen. Über dem Baum scheint aus der
Ecke des Reliefs eine Quelle herabzufliessen 0. B.].

Auf der rechten Nebenseite (siehe Fig. (51 tanzt ein kräftiger
Satyr. Seine Brust ist von einer hinten herabhängenden Nebris um-
geben, zwei Schlangen winden sich um seine lebhaft bewegten Arme.
Während er nach rechts springt, dreht er den Leib nach vorn. Es fehlt
der Kopf, auch die Hände sind abgebrochen und die Beine beschädigt.
Von seinem Pferdeschwanz ist nur ein Stückchen noch vorhanden.

Fig. 6.

[Doch wohl eher Fragment der in die Hüfte gesetzten rechten Hand.
Auf der linken X*ebenseite (siehe Fig. 7) entspricht eine tanzende Mänade
in Eückensicht, eine schön componierte Figur [die vielleicht auf ein
malerisches Vorbild älterer Zeit zurückgeht]. Sie steht auf dem linken
Fasse und hält den rechten Unterschenkel erhoben in der Luft. Die
Arme sind in lebhaft ausfahrender Bewegung und haben ein feines
Gewand vom Körper gezogen, welches diesseits und jenseits des ent-
blössten Oberleibes in schöner Linienführung herabhängt. Die rechte
Hand scheint eine Fackel zu halten, hoch erhoben hält die Linke ein
Tympanon, gelöst wallt das Haar auf Rücken und Schultern. Kopf,
Arme und Füsse sind sehr beschädigt, auch ist mitten im Bildfelde ein
Loch durchgeschlagen. [Merkwürdig stechen von der lebendigen, reizvollen
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