Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 17.1894

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Lykon Diog. L. V 70: jrpoGnrjaotaihöV §' autoi ov av D7toXa|Aßavo)3'. ota-
[jlsvsIv £iti toö TrpdypvaTo? y.ai. aovaoieiv pidXtata Sovrjaeafrat.*) So wenig
jugendliche Geselligkeit zu seinen Jahren passen will, gibt der b^i^ad^
in seinen alten Tagen kleine Feste, um das Leben des Vereines reger zu
gestalten, dessen Namen in den verderbten Zeichen h AEKAAITAIC
verborgen ist. Man hat nur einen Buchstaben zuzusetzen, um ev 8e%a-
Siatai? zu gewinnen. Das Wort fehlt in unseren Sammlungen, ist aber
durch die Analogie gleichartiger Bezeichnungen gesichert — ich erinnere
an die T£tpa5'OTat, die an der letpds ihr Symposion halten Athen. XIV
659 d, Hesych. s. v. covo^os vscov oov^wv xtX., die ArjXiaoTai, die den
siebenten als Geburtstag des delischen Apollon feiern (v. Wilamowitz
Ph. U. 4, 275), die elxaSwtat Athen. VII 298 d (v. Wilamowitz 290)
und die sonderbaren Gesellen, die fi/lav r^ipav ta£d[i.svoi tcov a7rocppä§(üV
sich av-rt voofJLTjvtacjKäv %axo8at[xovtaTat nannten Lysias frg. 143 Tur.
(Athen. XII 551 d). So bedürfte es gar nicht des Zeugnisses, das,
bisher verkannt, in einer attischen Inschrift des vierten Jahrhunderts
v. Chr. enthalten ist (Bull, de corr. hell. XII, 303 ): "Opo? ^coptou xai
ohdas 7rsirpaji<evou i~l Xuast 'I5p0iJ.vrjiJ.0vt cAXasi I" y.aiä ras aovOTjxas ta?
Trapa Aooioxpd'ctot x=ifiiva[s] xat 8s%a8taral? H[.]AA xac diEoü[i.7]}i.a
epaviotai? tot[<;] [j.s-ca GsoticiQ-odc "Ixapiwg. Dem Herausgeber Dareste
gelten die SsTcaSwcat als ,receveurs de la dime"; das Wort selbst lehrt,
dass sie mit der or/.ac, nicht aber der Ssxdxy], dem Zehnten, zu thun
haben.

Statt pi(j>a<; to tjxdTtov röv ßoöv atpeto^at tva tpa^Xiaij] j). 152,
14, wofür noch neulich von Naber Mnemos. n. s. XX, 334 ak^ioftat
verlangt worden ist, wird tov ßoöv al'peafrat zu lesen sein: der
0'Jjip.aiW^ versucht sich, wie es seiner cpiXoiuovta 6:csp r/jv rjXixiav entspricht,
in einer bekannten ,Kraftleistung der EphebeiF: CJA IV 1, 27 a 45, IV 2,
35 b 22, CJA II 467 10, 13, 28 = Dittenbcrger 347; Dittenberger De
ephebis Atticis (Gotting. 1863) 77; R. Schöll Münchener Sitzungsberichte
1887, 23; W. Schulze Quaestiones epicae p. 58, 512, vergl. auch
P. Stengel ZfGW 1880, 739 und Diels Sibyll. Bl. 71.

Wien. AD. WILHELM

r) Iu der Inschrift aus Knidos Newton Halie. pl. XCII 41 p. 756, Inscr. Brit.
Mus. 795 lesen Foucart Assoc. rel. 233 und Bechtel — dem ein Abklatsch vorlag —
in Collitz Dialectinschriften 3510 ToiJSe cov[a6]£siv (Bechtel ohne Noth cuv[ao]5eTv)
TCpoatpoüuevöt [to]v ik'aaov iizafysikuvxo v.tX. , während Xewton und neuerdings
G. Hirschfeld — mit ausdrücklicher Verwahrung gegen jene mit den erhaltenen
Flesten angeblich unvereinbare Ergänzung — befremdlich auv[T]ä£etv vorschlagen.
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