Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 15.1899

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Grundriss des k. k. Civilgerichtsgebäudes in Graz; erbaut von Baurat A. von Wielemans in Wien.

etwa 20 m nördlich davon, errichtet ist. Dasselbe ist in Ver-
bindung mit einem Gewächshaus und enthält im Obergeschoss
eine Anzahl Fremdenzimmer. Die Gärtnerwohnung befindet sich
im Erdgeschoss.

Bei allen drei Gebäuden sind die in der hiesigen Gegend

Kaiserstein, die grossen figuralen Reliefs aus
Savonniere, alle übrigen Teile aus mittelhartem
Kaiserstein hergestellt. Der Gruftdeckel und
das Kreuz wurden in istrischem Marmor und die
Gewölbefelder zwischen den Rippen in Monier-
System ausgeführt.

Die figuralen Reliefs sind von Bildhauer
T. Friedl, die ornamentalen von Bildhauer Slowacek
und die Steinmetzarbeiten von der Wiener Union-
Baugesellschaft.

Die schmiedeeisernen Kandelaber, sowie
die als Schlangen ausgebildeten Kranzträger sind
von Hofschlosser Toman.

Baukosten ca. 18000 fl.

Tafel 30 u. 31. Wohn- und Geschäfts-
haus in Oppeln. Umbau von Architekt Wilhelm
Haupt in Berlin.

1. Fassade in der Krakauerstrasse.

2. Giebelseite am Gartenplatz.

Aus Gründen der Sparsamkeit wurde aut

einen Neubau verzichtet und das bestehende, in
einfachsten Formen gehaltene Haus umgebaut.
Das Erdgeschoss musste für Geschäftszwecke
eingerichtet werden und hatte grosse Schau-
fenster zu erhalten. Im Obergeschoss war die
Wohnung des Besitzers einzurichten. Die beiden
Fassaden zeigen, dass die Aufgabe mit Geschick
gelöst ist.

Tafel 32. Familienhäuser an der The-
resienwiese in München; erbaut von Professor
Emanuel Seidl daselbst.

Die allseitig freie Lage der einzelnen Häuser
ermöglichte eine Grundrissausbildung, bei der
sich die einzelnen Räume zwanglos um ein centrales Vestibül
lagern, von dem aus die Haupttreppe zu den Stockwerken
führt. Zu den im Dachgeschoss liegenden Ateliers führen direkte
Nebentreppen.

Das Äussere zeigt vornehme Einfachheit im Detail und wirkt

I.Stock

Grundrisse der Villa A. Andreae in Königstein im Taunus; erbaut von Architekt Franz von Hoven in Frankfurt a. M.

schon im Mittelalter ortsüblich gewesenen Materialien verwendet.
Die Sockel sind von Basalt, die übrige Steinhauerarbeit von
rotem Mainsandstein. Für das an einzelnen Teilen ausgeführte
sichtbare Bruchsteinmauerwerk ist der graugrüne Taunusschiefer
verwendet. Das Fachwerk ist von Eichenholz
hergestellt und dunkel gehalten, während die
tannenen Gesimse, Sparrenköpfe etc. mit roter
oder grüner Ölfarbe gestrichen sind. Die Putz-
fläche ist in einem hellen gelblichen Naturputz
gehalten. Die Schornsteine und auch einige
grössere Flächen am Gärtnerhaus sind aus roten,
weiss gefügten Backsteinen hergestellt, so dass
der Gesamteffekt der Wandflächen ein ziemlich
farbiger ist, zu dem der ruhige Glanz der Schie-
ferdächer in angenehmem Gegensatz steht.

Das Innere der Villa ist reich mit zum Teil
altem Getäfel und Holzdecken ausgestattet. Der
gotische Stil ist in der Halle, dem Treppenhaus,
dem Speisezimmer und den Schlafzimmern durch-
geführt, während der grosse Saal, das Biblio-
thekzimmer und das Toilettezimmer die Formen
der deutschen Renaissance zeigen.

Tatei 29. Familiengruft Hofbauer auf dem
Centralfriedhof in Wien; erbaut von Architekt
Richard Vidale daselbst.

Dieses Grabdenkmal wurde über einem
Doppelgrüftplatz für sechs Särge erbaut. Der
Unterbau ist aus Mauthausener Granit, der Auf-
bau bis zur Sohlbank aus Mannersdorfer Sand-
stein, die Säulen aus rotem schwedischen Granit,
die Dacheindeckung, Firstakroterien aus härtestem

hauptsächlich durch malerische Gruppierung und Farbengebung
inmitten der grünen Gärten. Die Fassadenarchitektur ist ganz
in Putztechnik mit sehr sparsamer Verwendung von Haustein
ausgeführt.
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