Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 13
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zusammen gefunden wuiden, haben auch sie als Piodukte späteiei'
Zeit zu gelten!
Fiir die etiuskische Piovenienz dei' Gefässe möchte ich noch
die Busiiisvase (Mon. d. I. VIII, 16 u. 17; auch beiBaumeister
s. v. Busiris p. 367, Ahb. 394 a ins Feld führen. Auf dieser ist
ein Altar dargesteHt, dessen rvulstig abgerundete Deckplatten
auf griechischen Monumenten meines Wissens keine Analogien
haben, während sie sich mehrfach auf etruskischen Werken hnden
(vergl. z. B. Mon. d. I. I, 43 und VI, 30; Baumeister s. v. Bau-
kunst p. 289, Abb. 290 und 291). Die spätere Entstehungszeit
der Vase giebt sich ausserdem durch die ausgefiihrten Aegypter-
und Aethiopenbildungen kund, über welche § 33 zu vergleichen ist.
Muss nicht auch der der Wiedergabe auf ägyptischen Monumenten
genau entsprechende Ivopfputz des am Fusse des Altars liegenden
Aegypters bei einem korinthischen Vasenmaler des 6. Jahrhunderts
bedenklich erscheinen? Fber den ganz frei behandelten Kranz
des Schuiterbildes vergl. § 40.
Bei der Vase Mon. d. I. X, 52, 1-—3 (— Berlin 1652) macht
mich Brunn darauf aufmerksam, dass Darstellungen der Befreiung
der Andromeda durch Perseus aus echt-archaischer Kunst nicht
nachzuweisen sind. (Vgl. § 29.)
Für späte Entstehung der kampanisch-korinthischen Gefässc
spricht eine Thatsache, auf die mich gleichfalls Brunn hinweist
und die für uns in München von besonderem Interesse sein muss.
Auf der Roseninsel im Starnberger See haben sich nämlich
Scherben von Gefässen des korinthischen Stils gefunden, aus hell-
braunem Thon mit dunklerer Zeichnung, Hähne und Panther (?)
in ornamentaler Gruppierung darstellend (vgl. Beitr. z. Anthro-
pologie und Urgeschichte Bayerns, I, 1877: Sigmund von Schab,
die Pfahlbauten im Würmsee, Taf. II, 3; Text p. 3, Nr. 18 und p. 6
unten). Sehr ähnlich ist z. B. das korinthische Gefäss bei Furt-
wängler, Samml. Sabourotf, Taf. 48, 1. Die iibrigen auf der Insel
gemachten Funde bestehen ausser aprähistoiischenK Gegenständen,
iiber deren Alter bekanntlich die Meinungen sehr auseinander-
gehen, nur aus Wcrkcn römischer Ivleinkunst und aus einigen
unteritalischen Gefässscherben (Taf. II, 2 und 5). Wären die ko-
rinthischen Gefässe echt-archaisch, so wären sie demnach durch
einen Zeitraum von mehr als 3 Jahrhunderten von den übrigen
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