Arnold, Friedrich  
Die Physiologische Anstalt der Universität Heidelberg von 1853 bis 1858 — Heidelberg, 1858

Seite: 98
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Herzbewegungen fielen und stiegen mit einander, jedoch in einem
verschiedenen Verhältnisse:

in den Morgenstunden kamen 3 — 3.7 Pulsschläge auf 1 Athemzug.

- - Mittagsstunden - 3,3 — 4,4 - - -

- - Abendstunden - 3,6 — 3,8 - ...

- - Nachtstunden - 4,3 — 4,9 - - -

2) lieber die Fortdauer der Irritabilität des Herzens und
der Gliedermuskeln vom Frosch im luftverdünnten
Räume.

Ueber die Fortdauer der Bewegungen und der Reizbarkeit des
Herzens und der Gliedermuskeln vom Frosch im Vacuum wurde
im Laboratorium in den fünf Jahren eine grosse Zahl von Ver-
suchen angestellt, welche sich in 3 Reihen bringen lassen, von
denen die erste die Bewegungen des mit dem Körper in Verbin-
dung stehenden Froschherzens unter dem Recipienten der Luftpumpe,
die zweite die Confractionen des vom Frosch getrennten Herzens
und die dritte das Verhalten der Irritabilität der Gliedermuskeln
des Frosches im luftverdünnten Räume betrifft.

Durch diese Experimente suchte ich den Einlluss des durch
die Verdünnung der Luft verminderten Drucks und der dadurch be-
wirkten rascheren Verdunstung der Feuchtigkeit in den Muskeln
auf die Reizbarkeit , ferner die Wirkung des mechanischen und elec-
trischen Reizes auf das Herz und die Gliedermuskeln im luftver-
dünnten Räume, sowie endlich den Antheil der Respiration der
Muskeln, d. h. der Aufnahme von Sauerstoff und der Abgabe von
Kohlensäure an der Fortdauer der Irritabilität zu ermitteln.

Bei der Ausführung dieser Versuche benutzte ich eine gute
einstiefelige Luftpumpe, die dem physiologischen Institute gehört,
und verschiedene Recipienten, unter denen besonders die beiden
oben im zweiten Kapitel beschriebenen und auf der zweiten Tafel
abgebildeten. Ich verabsäumte nicht, in allen Fällen, in denen es
erforderlich war, die Fortdauer der Bewegungen und der Reizbar-
keit des Herzens sowie der Gliedermuskeln unter einem mit atmos-
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