Lakonisch. „Aber Mieze! — Schon wieder ein neues seidenes Beinkleid? Wo
soll das hin?" — „An die Beene, Döskopp!"
Kanals tauchte die Gestalt eines Menschen auf. Der Be-
sitzer eines der am Kanal liegenden kleinen Häuser war
es, der zufällig sehr spät nach Hause gekommen war und
den Verfolgten hatte ins Wasser springen sehen. David
Buttle rief ihm einige verständige Worte zu. Vermittels
einer ausgedienten Fahnenstange, die zufällig am Ufer lag,
hielt der Kanalanwohner den Schwimmer von der Landung
ab. Aus einer Wäscheleine, die Buttle zufällig bei sich hatte,
verfertigte er eine Fangschlinge, und da er zufällig ein ge-
übter Lassowerfer war, war es ihm ein Leichtes, best auf ein
Haar Entwischten einzufangen und ans Ufer zu ziehen.
„Welch ein Zufall!!" sagte David Buttle, als er den
Gefangenen eine Stunde später mit Handschellen gefesselt
auf einer Polizeiwache ablieferte.
„In der Tat! Ein seltsamer Zufall," sagte auch der
Oberwachtmcister und nahm dem Eingelieferten die Papiere
ab, — „zufällig las ich gestern abend in der Zeitung, daß
die Prinzessin von Jgnorabien auch auf die Ergreifung
des Räubers eine Belohnung ausgesetzt bat, nicht nur auf
die Beschaffung des Perlenschatzes."
Buttle freute sich seines Erfolges, den er so zahlreichen
Zufällen verdankte. Da sab ihn der Revierwachtmeifter, der
die Papiere des Verhafteten inzwischen geprüft hatte, mit-
leidig an; leider war zufällig der Eingefangene nicht der
gesuchte John Meffries, sondern ein junger Mann, der
wegen Mietsschulden auögesetzt worden war und sich von
seinem Schneider verfolgt geglaubt hatte. @*iiMn«cw
folgte und fing wieder an, schneller und schneller zu gehen. Kein Zweifel,
daß er sich verfolgt wußte. Verwünscht! Jetzt mußte David Buttle den
Gedanken aufgebrn, den Perlenschatz der Prinzessin von Jgnorabien an
den Tag zu fördern. Jetzt konnte es nur noch gelten, John Meffries
selbst zu fangen und das weitere den Behörden zu überlassen.
Der Verbrecher eilte mit Riesenschritten einer großen Straßen-
kreuzung im Villenviertel zu und war plötzlich wieder den Augen des
Detektivs entschwunden. Dreimal verwünschtes Pech! Selbst einen
Mann wie Buttle griff das an. Jedoch kam ein Zufall ihm wieder zu
Hilfe. Ein zufällig über die Straßenkreuzung rasendes Auto warf einen
Sekundenlichtblitz auf einen der sieben Straßencingänge. In diesem
AugenblicksahDavid Buttle den Verbrecher mit katzenartiger Gewandt-
heit in eine der Straßen verschwinden.
Eine rasende Flucht, eine rasende Verfolgung begann.
Durch die menscheneinsamen nächtlichen Straßen. Über Rasenplätze,
Mauern, Gärten, Brücken. Der Bursche machte David Buttle zu
schaffen. Obwohl zufällig ei» ausgezeichneter Läufer, gelang es ihm nicht,
die Entfernung zwischen sich und dem Fliehenden wesentlich zu verrin-
gern. Ein Schutzmann, der die Verfolgung hätte erleichtern können,
wurde zufällig nirgends gesichter. Zufällig hatte David Buttle seine
Signalpfeife beim Überklettern einer Mauer verloren. Zum Glück be-
günstigte der zufällig ausgehende Mond den Detektiv.
Drei Stunden bereits dauerte das Rasen, als der Verfolgte in
wahnsinnigem Tempo dem Jsebeckkanal zurannte. David Buttle stockte
das Herz. Er konnte alles, Reiten, Lausen, Seiltanze», aber zufällig
nicht schwimmen. Was sein Herz stocke» machte, trat ein. Der Gejagte
stürzte sich in den Kanal, um das andere Ufer zu erreichen. Die nächste
Brücke war weit. Hoffnungslos starrte der Detektiv dem Entschwim-
menden nach. Da kam ihm ein blinder Zufall zu Hilfe. Jenseits des
Blumentag
„Herr Professor, wollen Sie nicht eine anstecken?"
„Danke Kind! Ich bin Nichtraucher!"
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soll das hin?" — „An die Beene, Döskopp!"
Kanals tauchte die Gestalt eines Menschen auf. Der Be-
sitzer eines der am Kanal liegenden kleinen Häuser war
es, der zufällig sehr spät nach Hause gekommen war und
den Verfolgten hatte ins Wasser springen sehen. David
Buttle rief ihm einige verständige Worte zu. Vermittels
einer ausgedienten Fahnenstange, die zufällig am Ufer lag,
hielt der Kanalanwohner den Schwimmer von der Landung
ab. Aus einer Wäscheleine, die Buttle zufällig bei sich hatte,
verfertigte er eine Fangschlinge, und da er zufällig ein ge-
übter Lassowerfer war, war es ihm ein Leichtes, best auf ein
Haar Entwischten einzufangen und ans Ufer zu ziehen.
„Welch ein Zufall!!" sagte David Buttle, als er den
Gefangenen eine Stunde später mit Handschellen gefesselt
auf einer Polizeiwache ablieferte.
„In der Tat! Ein seltsamer Zufall," sagte auch der
Oberwachtmcister und nahm dem Eingelieferten die Papiere
ab, — „zufällig las ich gestern abend in der Zeitung, daß
die Prinzessin von Jgnorabien auch auf die Ergreifung
des Räubers eine Belohnung ausgesetzt bat, nicht nur auf
die Beschaffung des Perlenschatzes."
Buttle freute sich seines Erfolges, den er so zahlreichen
Zufällen verdankte. Da sab ihn der Revierwachtmeifter, der
die Papiere des Verhafteten inzwischen geprüft hatte, mit-
leidig an; leider war zufällig der Eingefangene nicht der
gesuchte John Meffries, sondern ein junger Mann, der
wegen Mietsschulden auögesetzt worden war und sich von
seinem Schneider verfolgt geglaubt hatte. @*iiMn«cw
folgte und fing wieder an, schneller und schneller zu gehen. Kein Zweifel,
daß er sich verfolgt wußte. Verwünscht! Jetzt mußte David Buttle den
Gedanken aufgebrn, den Perlenschatz der Prinzessin von Jgnorabien an
den Tag zu fördern. Jetzt konnte es nur noch gelten, John Meffries
selbst zu fangen und das weitere den Behörden zu überlassen.
Der Verbrecher eilte mit Riesenschritten einer großen Straßen-
kreuzung im Villenviertel zu und war plötzlich wieder den Augen des
Detektivs entschwunden. Dreimal verwünschtes Pech! Selbst einen
Mann wie Buttle griff das an. Jedoch kam ein Zufall ihm wieder zu
Hilfe. Ein zufällig über die Straßenkreuzung rasendes Auto warf einen
Sekundenlichtblitz auf einen der sieben Straßencingänge. In diesem
AugenblicksahDavid Buttle den Verbrecher mit katzenartiger Gewandt-
heit in eine der Straßen verschwinden.
Eine rasende Flucht, eine rasende Verfolgung begann.
Durch die menscheneinsamen nächtlichen Straßen. Über Rasenplätze,
Mauern, Gärten, Brücken. Der Bursche machte David Buttle zu
schaffen. Obwohl zufällig ei» ausgezeichneter Läufer, gelang es ihm nicht,
die Entfernung zwischen sich und dem Fliehenden wesentlich zu verrin-
gern. Ein Schutzmann, der die Verfolgung hätte erleichtern können,
wurde zufällig nirgends gesichter. Zufällig hatte David Buttle seine
Signalpfeife beim Überklettern einer Mauer verloren. Zum Glück be-
günstigte der zufällig ausgehende Mond den Detektiv.
Drei Stunden bereits dauerte das Rasen, als der Verfolgte in
wahnsinnigem Tempo dem Jsebeckkanal zurannte. David Buttle stockte
das Herz. Er konnte alles, Reiten, Lausen, Seiltanze», aber zufällig
nicht schwimmen. Was sein Herz stocke» machte, trat ein. Der Gejagte
stürzte sich in den Kanal, um das andere Ufer zu erreichen. Die nächste
Brücke war weit. Hoffnungslos starrte der Detektiv dem Entschwim-
menden nach. Da kam ihm ein blinder Zufall zu Hilfe. Jenseits des
Blumentag
„Herr Professor, wollen Sie nicht eine anstecken?"
„Danke Kind! Ich bin Nichtraucher!"
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Werk/Gegenstand/Objekt
Pool: UB Fliegende Blätter
Titel
Titel/Objekt
"Lakonisch" "Blumentag"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Inschrift/Wasserzeichen
Aufbewahrung/Standort
Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES
Objektbeschreibung
Maß-/Formatangaben
Auflage/Druckzustand
Werktitel/Werkverzeichnis
Herstellung/Entstehung
Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Entstehungsdatum
um 1928
Entstehungsdatum (normiert)
1923 - 1933
Entstehungsort (GND)
Auftrag
Publikation
Fund/Ausgrabung
Provenienz
Restaurierung
Sammlung Eingang
Ausstellung
Bearbeitung/Umgestaltung
Thema/Bildinhalt
Thema/Bildinhalt (GND)
Literaturangabe
Rechte am Objekt
Aufnahmen/Reproduktionen
Künstler/Urheber (GND)
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
In Copyright (InC) / Urheberrechtsschutz
Creditline
Fliegende Blätter, 169.1928, Nr. 4349, S. 283
Beziehungen
Erschließung
Lizenz
CC0 1.0 Public Domain Dedication
Rechteinhaber
Universitätsbibliothek Heidelberg