MUSIKER-AUTOGRAPHEN.
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303 Spohr (Louis). Eig. Brief m. U. Cassel, 24. Mai 1836. 2 S. Gr.-4°.
An „Geehrtester Freund und College", Tob. Haslinger in Wien: „Erfreulich
war mir die Nachricht, daß Sie meine Oper Jessonda.. auf eine würdige Weise
vorzuführen beabsichtigen." Er wolle die Partitur dem Kärntnertor-Theater
in Wien für 15 Friedrichsd'or überlassen. Die Aufführung auf dem Josephstädter
Theater soll verhindert werden, eine Angelegenheit, die auf die damaligen eigenartigen
Verhältnisse in puncto Urheberrecht ein interessantes Schlaglicht wirft. Wird doch hierbei
diplomatische Mithilfe für nützlich erachtet: „Sollte der Gesandte
unseres Hofs dabey mitwirken können, so wird er es, von Ihnen
aufgefordert, gewiß gern thun!"
304 Spontini (Gasparo), ital. Opernkomponist (1774—1858). Eig. Brief m. U. Paris
le 2 Octobre 1810. 4 S. Gr.-4°. Eng geschrieben (Französ.).
Sehr ausführlicher Brief an Sebastien E r a r d , den großen Klavierfabrikanten, Onkel
seiner künftigen Gattin Celeste, der Tochter von Jean Baptiste E. In dem vorliegenden
Schreiben wirbt er, und zwar offensichtlich mit Erfolg, um Celestes Hand,
die er noch im selben Jahr heiratete und mit der er eine glückliche Ehe führte: „Je suis
donc retourne chez Mr. Erard . . j'ai revu Madlle- Celeste, que deux annees d'absence n'avoi-
ent pu me faire oublier. . . Je me suis decide ä. . vous prier de m'aider dans une circon-
stance oü il s'agit du bonheur de tout le reste de ma vie et celui de votre niece". Er gibt
genaueste Details über sein glänzendes Einkommen, das er auf 30 000 Francs
„avec mes droits de compositeur" angibt. Er beruft sich auf „la bienveillance de
mon ancienne protectrice, l'Imperatrice Josephine qui m'a fait
accorder par le Vice Roi d'Italie des biens payables en rescriptions de la valeur d ' e n v i r o n
cent mille franc s." Hierzu kommen noch eine ganze Reihe anderer Werte, u. a.
ca. 30 000 Frs. in Diamanten. Erwähnt seine Oper „Cortez". Papier mit Vordruck als
„Directeur General de la Mus. du Theatre de l'Imperatrice et Reine ..." Prachtstück.
305 — Eig. Brief m. U. Paris le 10 Janvier 1812. 2 S. 4°, eng beschrieben. M. eig.
Adresse.
Bemerkenswertes Schreiben an Baron von Driebergin Berlin, in welchem er ihm
mitteilt: ,,I1 est vrai, je me suis marie...c'est un ange celle que j'ai
e p o u s e . ." Seine junge Gemahlin war eine Nichte von Sebastien Erard, mit der er eine
glückliche Ehe führte. Seine Oper „Fernand Cortez" will er an den Kaiser u. die
Kaiserin in Wien, an Salieri und an den Prinz von Lobkowitz schicken, „j'en
obtiendrai une reponse, c'est tout ce que j'enbitionne des souverains." Er freut sich über
den Erfolg seiner „Vestalin" in Berlin u. ist Weber hierfür
sehr dankbar.
306 — Eig. Brief m. U. Paris ce 5 Octobre 1814. 1% S. 4°, eng beschrieben.
An Baron v. Driebergin Berlin, dem er mitteilt, daß er ihn in einer Geldtrans-
aktion in Anspruch genommen habe. Für die Proben zu „Fernand Cortez" möchte
er gern nach Berlin kommen, dann gehe er nach Wien und von da über Italien wieder
nach Paris.
307 Strauss (Johann, Sohn), Wiener Kapellmeister u. Walzerkomponist (1825—1899).
Eig. Brief m. U. Wien 22. Febr. [1895]. 2 S. 8°. M. Umschlag.
An HermannLeviin München: „Kann es ein ärgeres Missgeschick geben als . . .
verhindert zu sein solchen Einladungen wie die von Ihrer Seite und des Professor L e n b a c h
Folge leisten zu können." Er dankt ihm „für die Mühe die Sie meinem bescheidenen Werke
widmeten," das Sie „durch Ihre persönliche Leistung auszeichneten". — Der Brief, auf
zusammenklappbaren Karton geschrieben, ist im Falz ohne jeden Textverlust auseinander-
gebrochen.
308 — Visit-Photographie m. eig. U.
309 Strauss (Richard), Komponist (geb. 1864). Eig. Brief m. U. Meiningen, 16. Okt.
1885. 4 S. 8°, eng beschrieben.
An Herrn. L e v i. Sehr interessanter Brief aus seiner frühen Meininger Zeit.
„Soeben schreibt mir Papa, dass Sie die grosse Freundlichkeit hatten, meine Sinfonie für
den 25. November anzusetzen u. mich selbst zur Direction des Werkes einzuladen." Von
seiner Tätigkeit in M e i n i n g e n ist er sehr befriedigt, und „Herr von B ü 1 o w ist die
Liebenswürdigkeit selbst gegen mich." Er berichtet, dass „B r a h m s auf 14 Tage hierher
kommt. . . Wie sehr ich mich freue, ihn persönlich kennen zu lernen, können sie sich wohl
denken. . ." Wenn Levi noch Klavierspieler für den Winter brauchen sollte, „möchte ich Ihnen
einen kleinen Schotten, Lamond, 17 Jahre alt; empfehlen... Sie
würden mit ihm Furore machen!"
Autographen-Versteigerung Nr. 60.
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303 Spohr (Louis). Eig. Brief m. U. Cassel, 24. Mai 1836. 2 S. Gr.-4°.
An „Geehrtester Freund und College", Tob. Haslinger in Wien: „Erfreulich
war mir die Nachricht, daß Sie meine Oper Jessonda.. auf eine würdige Weise
vorzuführen beabsichtigen." Er wolle die Partitur dem Kärntnertor-Theater
in Wien für 15 Friedrichsd'or überlassen. Die Aufführung auf dem Josephstädter
Theater soll verhindert werden, eine Angelegenheit, die auf die damaligen eigenartigen
Verhältnisse in puncto Urheberrecht ein interessantes Schlaglicht wirft. Wird doch hierbei
diplomatische Mithilfe für nützlich erachtet: „Sollte der Gesandte
unseres Hofs dabey mitwirken können, so wird er es, von Ihnen
aufgefordert, gewiß gern thun!"
304 Spontini (Gasparo), ital. Opernkomponist (1774—1858). Eig. Brief m. U. Paris
le 2 Octobre 1810. 4 S. Gr.-4°. Eng geschrieben (Französ.).
Sehr ausführlicher Brief an Sebastien E r a r d , den großen Klavierfabrikanten, Onkel
seiner künftigen Gattin Celeste, der Tochter von Jean Baptiste E. In dem vorliegenden
Schreiben wirbt er, und zwar offensichtlich mit Erfolg, um Celestes Hand,
die er noch im selben Jahr heiratete und mit der er eine glückliche Ehe führte: „Je suis
donc retourne chez Mr. Erard . . j'ai revu Madlle- Celeste, que deux annees d'absence n'avoi-
ent pu me faire oublier. . . Je me suis decide ä. . vous prier de m'aider dans une circon-
stance oü il s'agit du bonheur de tout le reste de ma vie et celui de votre niece". Er gibt
genaueste Details über sein glänzendes Einkommen, das er auf 30 000 Francs
„avec mes droits de compositeur" angibt. Er beruft sich auf „la bienveillance de
mon ancienne protectrice, l'Imperatrice Josephine qui m'a fait
accorder par le Vice Roi d'Italie des biens payables en rescriptions de la valeur d ' e n v i r o n
cent mille franc s." Hierzu kommen noch eine ganze Reihe anderer Werte, u. a.
ca. 30 000 Frs. in Diamanten. Erwähnt seine Oper „Cortez". Papier mit Vordruck als
„Directeur General de la Mus. du Theatre de l'Imperatrice et Reine ..." Prachtstück.
305 — Eig. Brief m. U. Paris le 10 Janvier 1812. 2 S. 4°, eng beschrieben. M. eig.
Adresse.
Bemerkenswertes Schreiben an Baron von Driebergin Berlin, in welchem er ihm
mitteilt: ,,I1 est vrai, je me suis marie...c'est un ange celle que j'ai
e p o u s e . ." Seine junge Gemahlin war eine Nichte von Sebastien Erard, mit der er eine
glückliche Ehe führte. Seine Oper „Fernand Cortez" will er an den Kaiser u. die
Kaiserin in Wien, an Salieri und an den Prinz von Lobkowitz schicken, „j'en
obtiendrai une reponse, c'est tout ce que j'enbitionne des souverains." Er freut sich über
den Erfolg seiner „Vestalin" in Berlin u. ist Weber hierfür
sehr dankbar.
306 — Eig. Brief m. U. Paris ce 5 Octobre 1814. 1% S. 4°, eng beschrieben.
An Baron v. Driebergin Berlin, dem er mitteilt, daß er ihn in einer Geldtrans-
aktion in Anspruch genommen habe. Für die Proben zu „Fernand Cortez" möchte
er gern nach Berlin kommen, dann gehe er nach Wien und von da über Italien wieder
nach Paris.
307 Strauss (Johann, Sohn), Wiener Kapellmeister u. Walzerkomponist (1825—1899).
Eig. Brief m. U. Wien 22. Febr. [1895]. 2 S. 8°. M. Umschlag.
An HermannLeviin München: „Kann es ein ärgeres Missgeschick geben als . . .
verhindert zu sein solchen Einladungen wie die von Ihrer Seite und des Professor L e n b a c h
Folge leisten zu können." Er dankt ihm „für die Mühe die Sie meinem bescheidenen Werke
widmeten," das Sie „durch Ihre persönliche Leistung auszeichneten". — Der Brief, auf
zusammenklappbaren Karton geschrieben, ist im Falz ohne jeden Textverlust auseinander-
gebrochen.
308 — Visit-Photographie m. eig. U.
309 Strauss (Richard), Komponist (geb. 1864). Eig. Brief m. U. Meiningen, 16. Okt.
1885. 4 S. 8°, eng beschrieben.
An Herrn. L e v i. Sehr interessanter Brief aus seiner frühen Meininger Zeit.
„Soeben schreibt mir Papa, dass Sie die grosse Freundlichkeit hatten, meine Sinfonie für
den 25. November anzusetzen u. mich selbst zur Direction des Werkes einzuladen." Von
seiner Tätigkeit in M e i n i n g e n ist er sehr befriedigt, und „Herr von B ü 1 o w ist die
Liebenswürdigkeit selbst gegen mich." Er berichtet, dass „B r a h m s auf 14 Tage hierher
kommt. . . Wie sehr ich mich freue, ihn persönlich kennen zu lernen, können sie sich wohl
denken. . ." Wenn Levi noch Klavierspieler für den Winter brauchen sollte, „möchte ich Ihnen
einen kleinen Schotten, Lamond, 17 Jahre alt; empfehlen... Sie
würden mit ihm Furore machen!"
Autographen-Versteigerung Nr. 60.