Schlosser, Julius von   [Hrsg.]
Der burgundische Paramentenschatz des Ordens vom Goldenen Vliesse — Wien, 1912

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VORWORT.

"V jer sogenannte »burgundische« Paramentenschatz, ehemals in der kaiserlichen
^J | Schatzkammer, jetzt unter den Zimelien der kunstindustriellen Sammlungen
tutmtinmT (Renaissance-Abteilung) des Kunsthistorischen Hofmuseums bewahrt, erfreut
sich zwar seit langer Zeit einer außerordentlichen Berühmtheit, so daß sogar eine
bestimmte textile Technik von ihm ihren Namen erhalten hat, ist aber gleichwohl in der
Literatur viel mehr zitiert und gelobt, als, wenige Ausnahmen abgerechnet, wirklich
sachlich und mit Förderung der historischen Einsicht behandelt worden. Sogar seine
historische Beziehung zu einem der ältesten und merkwürdigsten Ritterorden, dem
Orden vom goldenen Vließe — hat man ihm, wie wir noch sehen werden, zu Unrecht —
bestritten. Dergleichen ist noch mehr als einem gewissen, leider nicht zu leugnenden
Beiseiteliegen des österreichischen Kunstbesitzes dem Umstände zuzuschreiben, daß
er, wie schon Waagen beklagt hat, lange Jahre hindurch in der alten Schatz-
kammer unter sehr ungünstigen Bedingungen ausgestellt war, und daß vor allem
eine Publikation dieses Schatzes, die tatsächlich diesen Namen verdiente, bis jetzt
gefehlt hat. Allerdings existiert ein älteres Werk: Die burgundischen Gewänder
der k. k. Schatzkammer, Meßornat für den Orden vom goldenen Vliese. Zwölf
Blatt Photographien mit Text, herausgegeben vom k. k. Österreichischen Museum
für Kunst und Industrie. Wien, im Selbstverlag des Museums 1864 erschienen.
Diese Publikation, zu der eine Leihausstellung der Paramente im damaligen Öster-
reichischen Museum den Anlaß gegeben hat, vermag indessen zunächst wegen
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