Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1842 — Heidelberg, 1842

Seite: 83
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Der allgemeine botanische Garten, vor dem Mannheimer Thore
an der,Sophienstraße.
Geheimen Nathes von Leonhard umfassendest Mmeralienkabi-
net, das aus mehr als 19,000 in der schönsten Ordnung und un-
terrichtend ausgestellten Stücken besteht, in dessen Haus am Klin-
genthor.
Professors Dr. Blum Mineralien-Sammlung.
Professors Dr. Bronn Sainmlungen von Gebirgsartcn,'Ver-
steinerungen und getrockneter Pflanzen.
Professors Dr- Dierbach Sammlung getrockneter Pflanzen.
Prof. Dr. Bischofs Sammlung getrockneter Pflanzen.
Mcdicinalrathes Dr. Nebel Sammlung von Krpptogamcn.
. Garteninspektors Metzger Cercalicn-Sammlung.
Kaufmann Safferlings ornithologischc Sammlung.
Hofraths Kapp entomologilche Sammlung.
Antiquars Schlagenhauff Sammlung von Antiquitäten des
Mittelalters, besonders Waffen, Nustung,' Schmiede n. dergl.,
am sogenannten Kurzcnbuckcl.
. Tie Trünimer des Schlosses auf den: Jettcnbühl, durch ihre
Weitläufigkeit, durch die Bauarten aus verschiedenen Jahrhunder-
ten und durch die bedeutenden Ucbcrblcidfel von Bildhauerarbcitcn
merkwürdig, durch ihre Geschichte den Freunden des Alterthums
und durch ihre schöne Lage und Größe, manchfaluge Ansi'chrcn und
Ausfichten den Freunden der Natur und der Kunst heilig.
Die Graimbcrgische Alterthümer-Halle des Heidelberger Schlo-
tes, welche bis fetzt über 3000 ans das Schloß'und die Pfalzlande
und die Pfalzfürsten und das Fürstenhaus Baden bezügliche stucke
in Bildwerken, Münzen, Hausrath u. s w- »nd darunter über
bOO Oelgcmälde enthält, in dessen Haus am Kornmarkt.
Die Alterthümcrsammlung im Nuprechtsbauc, welche alte Rüst-
ungen und Glasgemäldk, in dem Schlosse und seinen Umgebungen
ausgegrabenen Waffen, Kugeln, Geschirre und andere auf das
Schloß bezügliche Gegenstände enthält.
Das Große Faß welches 236 Fuder oder 236,000 große Trink-
flaschen in seinem ungeheuren Bauche fassen kann, wird in einem
Keller des Schlosses aufbewahrt.
Der Fiirstcnbrunnen, am Schlosse, mit dcmköstlichstendie Lcbens-
krafrerhöhenden Trinkwasscr, von welchem ehedem täglich ein Flaschcn-
kellcr voll an den Tisch des Pfalzgrafen Kurfürsten Karl Theodor nach
Mannheim gebracht werden mußte, wird in der schönen Jahreszeit von
zahlreichen Schaaren besucht und als Quelle der Gesundheit genossen.
Der Schloßgartcn zur Beförderung des Genusses der Schön-
heiten der Schloßliümmer und als Forstbotanifcher Garten der
Hochschule von dem Großherzogc Karl Friedrich von Baden durch
den Oberforstralö und Professor Dr. Gatlcrer und de» schwetzingcr
Gartenbaudirektor Zepher im Jahr 1803 und folgenden auf den
Trümmern des längst verwüsteten königlichen Prachtgartcns ange-
legt, welchen der Pfalzgraf Kurfürst Friedrich V., der Böhinen-
könig im Jahr 1613 und folgenden durch seinen Hofbaumcister
Salomon von Caus hatte bauen lassen.
Der Königfluhl mit seinem alten Römcrwege, seinem neuen
Thurm und seiner weiten Umsicht auf einer Höhe von l U-ll Fust
über der Meeresfläche.
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