Ackermann, Jacob Fidelis ; Wenzel, Joseph [Übers.]
Über die körperliche Verschiedenheit des Mannes vom Weibe, außer den Geschlechtstheilen — Koblenz, 1788

Seite: 46
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die Muskelfasern gewinnen im letztem Falle
das ander Länge wieder, was sie an der breite
verlieren. Endlich kömmt noch hinzu, daß,
je schiefer dieser Fortsatz zu der obern Kinnlade
hinauf steigt, desto weiter die Kraft von dem
Mittelpunkte der Bewegung abstehe, und folg-
lich auch schwache Muskeln mit der nämlichen
Stärke würken können, als stärkere, welche
näher an dem Mittelpunkte liegen.
Hieraus folgt also, daß die Kraft, welche,
zur Bewegung der untern Kinnlade erfodert
wird, im zusammengesetzten Verhältniß der
Länge und Breite und der schiefen Richtung
des aufsteigenqen Schenkels der untern Kinn-
lade stehe, und daß gleiche Kraft erfodert wer-
de, wenn die Kleinheit und Enge des Fortsa-
tzes im verkehrten Verhältniß zur schiefen Rich-
tung desselben sich befinden./)
/) Da nun bei Kindern der aufst-igende Schen-
kel der unkcrn Kinnlade-sehr klein ist, so hat
ihm die Natur dafür eine äußerst schiefe Rich-
tung gegeben, daß also die Kinnlade doch we-
nigstens mit einiger Starke chcwcgct werde;
in Körpern hingegen, wo eben dieser aufstci-
gende Schenkel beinahe senkrecht in die Höhe
geht,
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