Der Affenspiegel: satyrische Wochenschrift — 1901

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Je, den §ukä schaug o, wia der aufdraht !
Des mirkst da. Der is prioatimer Detektiv für den neich'n Sternbergprozeß worn.


11sVmau n.

8pLv1M»I»I»8H^ÄSr.
Von kn dort

I >e i ^xrierlrnnnn.
klin^—IclinA klinA—klanA. Isli war sinmal
Kiu .junior König88vlm.
Nie 8oliöu8ts allsi' krauen 8ass
Ait mir aal' golclnsm ll'krou.
KlinK—klinA—IrlinA—klanK. vis svtiövsts krau
8iok sinsu Kiobston nakm.
vncl in der kaokt 8türrt' kkrou und ksiok
vnd all nisln Vlüoü rusamM! —
klinj;—IrlinA—lrlinA—lrlanA. vnd ol> mir auoli
Asin ,junA68 llsr^s brasti,
In kumpsn 7.0A isii dursk dis >VsIl
Der 8sliön8tsn kraus naoli.
klinA—IrlinA—INinA—IrlaiiA. Isli fand 8is nislit,
vood ward isii all un<l Arau.
Kun 8ing' isli kür sin Krsursr8tüsl<
Kusti von dsr 8oliön8tsn krau.
klinA —IrlinA—lrlinA—lclanx. la, ja, isli war
kinmal sin köni^88okn
vis 8«tiön8ts allsr krausn nalim
Air .lu^snd, Kür' und Kron'.
i neri^v»!^, r.
Statur, wenn ick vir jo goclsnkk
Kür üi6868 Krdonlobon,
80 I8k8, liL88 vu mir auf don Weg
ligounorkluk gogeken.
k8 ist der srmo rigounersmann
Ium lleiden wokl gekoren,
Weil ikm die 8vkn8uckk kolke otond,
Und ikn rum 8änger erkoren.
8ein 6Iück i8l üis Kiedei, 8öin 8oks1r iek
8kin llied,
Kin llied voll 8ekn8uekt und lilsgen —
Und clock 8inci die öäume 80 dlütkenockvcor
In roten krüklingetsgen.
llio 81iefel rorri88on, den öeutel 80 leer,
ll»8 pfsifoken im klvicken IVluncl«,
Umxvsndert der rigeunoremonn
Vie v/eito Krdenrundo.
kr wandert uncl wandert Ki8 sn 8vin 6rsd,
Uncl gokt 8vin Kodon rur kioigo,
8ing1 ikm cliv 8«kn8uekt cl»8 8torbsliocl
kuf wei88vr kivkolgoigo.
Kin iotv8 i.iocl in lolvr Kru8t
Wircl er von clsn ß/lon8ok«n gofunclsn.
vor kfsffo 8pricki: — „Dor Ivufkl kst
Kcliolt sinsn Vggsdunklsn."

Haidelied.
Ich sitze nm Thore der Schenke,
Trink' fenrigen Mngnvwein,
Vor mir die weile Hnide
Im Wumdsannenschein.
Und kinker mir spielen die Vriider,
Wnf Tischen und Bänken verstreut;
Sie spielen von einer Liede
Mne längst vergangener Deik.
Das ist wie leises Schlnchven —
Durch meine Seele vielst
Wie Werdstwind über die Mäkler,
Dns wnnderholde Wied.
Dns ist wie sliisterndes Weken —
Wie sterbende Sonnen gliilstn
Mus schunkelnden Mögen der Sehnsucht
Die steisven Melodieen.
Und plötzlich ein Bnechunule,
Wine rasende wilde Jagd —
Win Stöhnen, ein müdes Sterben
Win Leden hat ansgeklagl.
So möcht' ich wohl lächelnd entschlafen,
In Neigen und Vgmbrlnklang,
Wnf langsam verglühender Aajde,
Bei Sonnenuntergang -—
Längst schlafen alle Melken,
Mnr ich allein bin wach.
Ich steige anf's Motz und reit' weiter -
Mntz immer der Sehnsucht nach

Die drei Frauen.
Zch stabe einmal drei Krauen geliebt,
Drei Krauen zn gleicher Zeit.
Zwei waren schlank, mit blondem Kaar,
Die dritte war üppig und breit.
Die erste lieble mich unsagbar,
So wie ste täglich mir schwor.
Doch stat ste das bald einem andern gesagt,
Jetzt trägt ste Brillanten im Hstr.
Die zweite stat mir die Wirtschaft gefüstrt,
Sie statte gesunden Sinn.
Das zog einen biedern Ustikister an —
Jetzt ist ste Kran Amtsschreiverin.
Die Dritte sprach von ^iebe nicht viel,
Die stat mich nur sterzßaft geküßt —
Ich glaube, ste stat mich wirklich geliebt
Die dritte — starb am Mist.
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