Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

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168 Brelocken aus Allerley
"Dank und Lob und Anbätung und Vergegen-
"wärtigung der Gottheit mit ihren Vollkommen-
" heilen all! Allein unsre Leiden müssen wir kra-
''gen als Straf unsrer Thorheiten, oder als Mit-
"tel zur Tugend; " — so kann dies wohl nichts
anders heissen, als wir müssen nicht schlechter-
dings und unbedingt um die Abhelfung unsrer
Leiden bäten, nicht jedesmal auf eine bestimmte
Weise Erhörung erwarten — und dann geben
wir dem Verf. vollkommen Recht. Daß man aber
gar nicht in dieser Absicht bäten müsse, dünkt uns
in einem geraden Widerspruch zu stehen mit dem,
was er selbst auf der vorhergehenden Seile so
schön von dem Nüßen deö GebätS gesagt hatte.
"Wenn der Leidende zur Stillung oder Labsal in
''seinem Leiden die natürlichen Mittel und Kräfte,
"die ihm dazu gegeben sind, braucht, und sie rei-
"chen nicht hin und er bätet aufrichtig, fest, mit
" Zutrauen; so empfangt er Labung; psycholo-
gisch! weil er, mit seinem Zustand vertrauter,
"seine innere Kraft neu belebt, und durch das
"Gebat Empfindungen und Gedanken aufweckt,
"die seinen Muth erhöhen, seine Leiden ihm er-
leichtern, und die sonst ungenüßt und schlafend
"in seiner Seele gelegen hätten; natürlich! weil
"er, mit neuem Muth, aufmerksamer wird auf
"Lag' und Umstände, und, in neuer Kraft, sie mit
"mehr
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