Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

Seite: 254
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1778a/0258
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
2§4 Das Christentum nach der Vernunft
Verfassung der Seele, die die guten Werke thut,
und wie ein guter Baum nichts anders, als gute
Fruchte tragen kann. Das thätige Christenthum
erfodert einen wirklichen Zustand in der Seele,
einen Zustand, der darinn besteht, daß die Kräfte
der Seele von diesem leben soweit abgezogen sind,
daß wir es blos als Schule und Zubereitung
brauchen, und alles, was wir hier thun, blos
Werkzeug und Mittel bleibe; und ein Zustand,
welcher darinn bestehet, daß die Kräfte der Seele
auf das ewige leben gleichsam als auf einen Punkt
zusammengezogen und dahin als auf unsre Haupt-
fache gerichtet werden. Die Entstehungsart die-
ses Zustandes heißt: Wiedergeburt, neue Geburt,
Sinnesänderung, neue Schöpfung, lebendtgma-
chung, Geburt aus dem Geiste, die Salbung,
Wiederkehr, Bekehrung; und der Anfang dazu,
wenn das sittliche Gefühl entstehet, heißt dre Er-
weckung. Dec Zustand selbst aber: der neue
Mensch, der Geist, der Geist Gottes, der Geist
Christi, der heilige Geist u.s.w.
Zweytes Hauptstück. Die Irrwege im thä-
tigen Christenthum. Der Zustand eines recht-
schaffenen Christen ist der Keim, aus welchem sich,
durch das sittliche Gefühl der Ehre und des Ge-
wissens, all sein tugendhaftes Denken, Reden
und
loading ...