Allgemeines kritisches Archiv — 3.1777

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der Geschichte einigen Unterricht. Die Oren-
burgischen Tatarinnen lassen von den Achseln
grosse Quaste an goldenen und silbernen Schnü-
ren auf den Schooß hängen, die aus Gold und
Silberfäden und Gewürznelken bestehen, wor-
auf die Hande ruhen und woraus Balsamdüfte
verbreitet werden. /Die Sangen der alten Welt
I. B. Ruth 2, 14. sind hier unter dem Namen,
Kurmatsich, eine noch recht modische Sreise.
Es ist braungeröstereö Getraide, das sie zerstos-
sen roh oder als Brey oder Suppe mit Wasser
oder Milch gekocht essen. Ohne Thee behelfen
sie sich nicht leicht. Sie kochen ihn in offenen
Kesseln mit Wasser und Milch, würzen ihn mit
Butter und Salz, und rrinken ihn warm. Die
Braut wird vor der Hochzeit an gewissen Orten
geschoren, vornehmere brauchen eine Beitzfalbe
aus Auripigment und ungelöschtem Kalk mit
Wasser oder Oel dazu. Die Turaifchen Ta-
rarn haben, da sie getauft worden, mit ihren
Schulen die Kunst zu lesen und zu schreiben
verloren. Ein Mann darf bey ihnen nur eine
Frau besitzen, 5 bis io Rub. oder ein Pferd ist
das gewöhnliche Kaufgeld für solche. Um den
Kaukasus findet man rorhe Haare für das
Frauenzimmer so verschönernd, daß man sie mit
Pomade roth färbt. Die Kaukasische Natio-
nen. können an ivvovo berittene Krieger auf-
bringen. Der berüchtigte Handel mit Lscher-
kaßifchen Madgens ist zwar übertrieben befchrie,
ben, aber doch keine Erdichtung. Klemann,
Ff r einer
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