Allgemeines kritisches Archiv — 4.1777

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Lndivlducl/ theils relativ- Jene: es lebt
in jedem Wesen nur immer ein Theil seiner Ei-
genschaften , nicht alle. Diese: Jeder Theil
des Ganzen hat nur seinen Theil von dem gan-
zen Quantum der Eigenschaften, die das Uni-
versum ausmachen. Demnach entspringt alle
Mannichfaltigkcit daher, daß im Universum
Leblosigkeit und Beschränktheit der Kraft bep-
gemischt ist. Jedes Wesen hat nun aber sein
eignes individuelles Dahyn- Dieses wird sym-
bolisch so vorqesiellt. Man denke sich einen Fa-
den, dessen beyde Ende an zwo besondern Rol-
len befestigt sind; so wie ich au dem einen Ende
den Faden aufwinde, so winde ich die andre
Rolle ab. Der Theil des Fadens, der gespannt
zwischen benden Rollen liegt, ist das Bild von
der gegenwärtigen Existenz Die Zeit wickelt
weiter, nach Maasgabe der veränderten äusern
Umstände- (Fast so LNendelsjohn: „Die Ver-
änderung des Individuum gehen mit der Zeit
parallel-") Der Gedanke ist dieser: Nicht alle
Kräfte und Eigenschaften sind auf einmal entwi-
ckelt, leben alle zugleich, sondern entwickeln sich
nach und nach- Dies ist Beschränktheit (Ui-
ime8) auf der einen Seite- So wie nun der
Schranken weniger werden durch die Entwick-
lung , so nimmt auf der einen Seite die Leblo-
sigkeit, d. i- die Summe der schlafenden, unent-
wickelten Kräfte ab, und auf der andern, die
Summe der entwickelten Fähigkeiten und Eigen:
schäften zu. Dies macht die Mannigfaltigkeit
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