Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

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von dem von V./ worum er Mit allem Recht
wider die wunderlichen neuen Ausdrücke dec
Witzlinge eifert, cles ?rineL8 eäu-
czues» au parstait u. s. f. Wunderliche Regel
über die Aussprache: die Schauspieler, sagt
V., sprechen aus staimeu anstatt j'aime; ver-
mutlich will er nur sagen, sie setzen ein länge-
res e für das lcksva hin. Die Sage, Racine
habe die Helden geschildert, wie sie sind, und
Corneille, wie sie seyn sollten: keines von bey-
den sey wahr. Es sey doch sehr viel an der Aus»
feilung der Schreibart und des Reimes gelegen;
obwol des Racine Berenice eben auch ein fehler-
haftes Schauspiel sey, so könne man es doch le-
sen, nicht aber des Corneille holperichre Bere-
nice. Man solle auf der Schaubühne keine
gottlose Gesinnungen anssern. (Die Athenicn-
ser nahmen es dem Euripides sehr übel, daß er
den ruchlosen Mann als einen Ruchlosen hatte
reden lassen ) Neufchatean behauptet in einem
Briefe, man solle den Monat Auguste und nicht
Aout heissen, und diesem Monat auch den Na-
men des jetzigen Königs in Frankreich beylegen r
aber ist N. wider den Augustus nicht ungerecht,
dem dieser Monat nun seit so vielen Jahrhun-
derten zugehört? Eines Ungenannten (vekmuth-
lich des von V. selber) Beurrheilung einiger
fehlerhaften Ausdrücke des Corneille. Immer
arbeitet doch V. an der Verringerung des Ruh,
mes des großen Mannes, der freylich in dem
Ausdrucke nicht allemal sprachrichlig war, aber
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