Allgemeines kritisches Archiv — 5.1777

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will. Der Saracenenkönig spricht am liebsten
von Schädeln und von Rache, und sein Prinz
S. uz klagt selbst, daß sein maurisches Blut
zu heiß sey. Curio ist Anfangs nur S. 20
ein poetischer Narr, spricht S- 2z gleich ei-
nem Vetrunkncn, zuleht aber S. 7Z schnapt
cö gar bey ihm über, und er tobt trotz dem
ärgsten Rasenden in einem Modedrama. Ein
gewisser Bastiano laborirt an einer allgemeinen
Verachtung des menschlichen Geschlechtes,
kann S. z? seinen Vater fragen, wie er
dazu gekommen sey, sein Vater zu werden,
ruft S. 32 aus: Die Teufel reiten mich und
ich die Teufel um die Wette. — Die Mäd-
chen S. 27 stehen über der Sonne, haben
die leuchtende Sterne in der Hand und ver-
lieren sich in Zauber. Kein Wunder also,
wenn die LiebcSsprache in diesem Schauspiel
lautet, wie folget: „ Die Sonne sinkt und
geht in meinem Herzen Heister auf; oben rie-
selt die Quelle und surret Liebe; ich will drchhiu-
auftragen durchs dickichte, heimliche Dunkel,
reißende Last, von Felsen zu Felsen mit dir
Hüpfen, und von ihr vergoldet dich an mich drü-
cken. S. 7» Du hast mich S. 29 ange-
haucht mit ewiger me versiegender Liebe;
haft mir geschenkt das Licht deiner Augen, ich
verlohr mich drinn und suche mich!" Alle ita-
lienische Concertis zusammengenommen, sind
nichts gegen die Sprache dieses Schauspiels,
und
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