Allgemeines kritisches Archiv — 6.1777

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Geh aber ungeputzt, und schick dich in die Zeit,
Trag eben so wie ich ein Exulanlenklcid.
Laß dich in keinem Tuch von Purpurfarb' erblicken,
Bey meiner Traurigkeit wird dieses sich nicht schicken.
Aus diesen wenigen Zeilen wird der Leser schon
den Ton dieser Übersetzung errarhen können.
Gvthaische Gel. Zeit, aues Stück.
y6-
Leipzig. Cs haben schon ost wahre Ver,
ehrer Gottes gewünscht, daß unser äußerlicher
Gottesdienst in mancher Absicht zweckmäßiger
und einer gründlichen Erbauung angemessener
fern möchte. Gewiß nicht bloß Neuerungs-
sucht, nicht ungerechter Tadel der Einrichrun,
gen unserer Väter, (wie mancher sobald ruft,
wenn man nur ein Work von Veränderungen
und Verbesserungen redet,) erweckte diesen
Wunsch, daß auf eine bequeme Art, ohne vie-
les Gefchrey deswegen zu machen, manches bei-
den gottesdienstlichen Versammlungen, beson-
ders in Absicht der Gebeche und Formulare bey
Taufen und Trauungen verbessert werden möch-
te, damit eine vernünftige christliche Andacht
und Erbauung dadurch befördert werden möch-
te. Der Entwurf einer ganz neuen Liturgie,
dürfte aber nicht das Werk eines Mannes,
noch jedem Geistlichen erlaubt feyn, nach eige-
T 4 nem
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