Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 43.1918

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Bernhard Schweitzer

Elementen bestritten. Ausschließlich in dieser ältesten Gruppe kommen
die bauchigen Kannen mit hohem, dünnem Hals
vor, herrschen die geometrisch verzierten Platschkännchen vor.
Haben sich doch in Grab L1H allein 8 solcher Kännchen gefunden^).
Von den drei Bildungen der kleinen Aryballoi, die in Cumae zu beobachten
sind, der kugeligen (leicht ovalen), der in der Mitte des Körpers stark
ausladenden (con ventre espanso) und der birnenförmigen, schon zur
Lekvthosform hinüberspielenden (Gabrici 313 und 331), fehlt die
dritte vollkommen. Die zweite bleibt eine Lieblingsform der Cumaeer
und wird in der folgenden Blütezeit der heimischen Industrie mit den
ausgereiftesten Mustern des chalkidisch-cumacischen Stiles bemalt.
Dagegen hält sich die erste Form nur noch in der ältesten
Periode, wo sie allerdings stark vorherrscht (vgl. etwa Grab XXH
Fig. 79), und verschwindet später vollkommen. An ihre Stelle tritt in
jüngeren Gräbern, wie Grab VIII (S. 220f.), das unmittelbar an die
älteste Gruppe angereiht werden muß, der birnenförmige Aryballos
(Taf. XFIV 2), bis schließlich die echte protokorinthische Fekythos
xckropoie ihren Einzug hält: Taf. XFIV 8 und 12 (die Fundgruppe S. 274, 2).
Diese klaren Entwicklungsreihen von dem vorzugsweisen Gebrauch
ennaeisohe höherer und geräumigerer Gefäße bis zu der ausgesprochenen Vorliebe
Funde _
der Phöniker in die ionische Kunst geiangt zu sein (Furtwängier, Kh Sehr. 11
Taf. 48), wo wohi auch das Vorbiid der Kentaurin auf der Eifenbeinsituia von
Chiusi (Mon. d. Ist. X 38a; Boehiau, a. a. 0. Beii. zu S. 119) zu suchen ist.
Über diese zuietzt Pouisen, Orient 132 f. und A. Rumpf, Die Wandmaiereien
in Veji, Diss. Leipz. 1915, 32 f.
V Gabrici zähit S. 329 eine Reihe von Kännchen dieser Form auf, die
in die Biütezeit des chaikidisch-cumaeischen Stiies gehören soiten. Es muß
jedoch betont werden, daß kein einziges dieser Exemplare durch Fundumstände
dieser Epoche gesichert ist. Sie sind vieimehr 'raggruppati per ta forma e per
io stite'. Und nicht einmal gut. Denn sie sind meist, wieTaf. XXXV11,
streng geometrisch verziert, und schon die Tatsache, daß dies die einzige Vasen-
form ist, auf welcher sich der schraffierte Mäander in Cumae findet
(S. 330), zeugt für das relative Alter der Form. Nur vereinzelt haben sich
Exemplare in jüngeren Gräbern gefunden, so in Grab V (S. 217), XVIII und
XXII (S. 233 und 239) der 2. Periode Gabricis, XIV (S. 226) der Verfaiizeit
des chaikidisch-cumaeischen Stiles und mit Korinthischem zusammen in den
Gräbern XLV und XLVI (S. 250). Doch beschränkt sich die geometrische
Dekoration bei diesen auf den Hals und ist gänzlich verarmt oder verwildert.
S. Taf. XXXIX 1 (Grab VI). Dieser Spätzcit mögen auch noch XXXV 3 und
XXXVIII 1 angehören.
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