Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 43.1918

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Geometrische Stiie in Griecheniand

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Syrakus in der zweiten Hälfte des VIII. Jahr-
hunderts vor Chr. angelegt ist, so wird die Be-
siedelung der k ampanischen Küste durch die
Griechen rund um die Mitte des gleichen Jahr-
hunderts begonnen haben.
Es wäre verkehrt, wollten wir aus den bisherigen Betrachtungen Die Kunst
den Schluß ziehen, daß um 750 vor Chr. die geometrische Dekoration von
dein Formenreichtum der orientaüsierenden Stile verdrängt wurde. Daß^^j^^"
die älteste Kunst Großgriechenlands ihre Wurzeln im euboeisch-proto- dicgeome-
korinthischen Kreis hat. ist bekannt und oben schon mehrfach berührt. ^
Mit dem Auftreten von Rhodos als kolonisierender Macht beginnt schon Mutter-
landes
zu Anfang des VH. Jahrhunderts in Sizilien der rhodische Einfluß^).
XXVI 1911, 245 f.) nach Cypern (Ath. Mitt. XXH 1897 Taf. VI), verweht
besonders gern im rhodisch-ionischen Kreis (Coupes Vrouiiennes: Kinch, Vrouiia
S. 168ff. Kanreirosstii: Mon.Ant. XIV 1905, Taf. 26; Euphorbosteher; Situlen
aus Daphni, Kinch, a.a. 0. 125 f. und 188 ff.; Flinders-Petrie, Tanis II Taf. 26
[vgt. Zahn, AM. XXVIII 1903, 169]; Elfenbeinpiatten aus Ephesos: Hogarth,
Excavations at Ephesos Taf. XXXVIII 12, XL 11; Münzen von Ialysos,
Brit. Mus. Catal. of Coins, Caria and Islands, Taf. XXXV 1—5; rhodische
Statuettenvasen: Furtwängler, Vasenkatalog 1301; Heuzey, Figurincsantiques
du Louvre Taf. XIII 4; in Heimform [vgi. Paribeni, Mon. Ant. a. a. 0. 370ff.
und Robinson, A. J. A. X 1901, 421 f.]: Furtwängler, a. a. 0. 1305; Mon. Ant.
a. a. O. Fig. 1; in Form eines Granatapfeis und eines Beines: Boehiau, Nekropoien
Taf. II 2 und 1112; Geioerschatzhaus in Oiympia, 4L Beri. Winckeimanns-
programm Taf. I 3) und verzeichnet sein Eindringen zugleich mit orientaii-
sierenden und aus dem Mykenischen herzuieitenden Formen in das Bocotisch-
Geometrische (Arch. Jahrb. III 1888, 336 Abb.9), Frühattische (Hymettosam-
phora; Arg. Her. II Taf. LXII la) und Protokorinthische (AM. XXII 1897,
279 Fig. 12 u. a. m.). Paimettenfüiiung kennen, wie schon Pouisen a. a. 0.
sah, erst die voii orientaüsierenden Stiie. Wie eine 'euboeische'Amphora (Pfuh),
Beii. XXIX 1—2) und eine vor die Hymettosanrphora zu datierende (vgi. V'y.
1912, 5 Abb. 2) frühattische Scherbe (AM. XXXII 1907, Taf. XXV 2) zeigen,
geht ihr die Füiiung durch eine Raute oder ein Dreieck voraus. Die kretische
Kanne ist aiso spätestens gleichzeitig mit dem Beginn des frühattischen Stiles.
Der späte Ansatz wird bekräftigt durch den Mitfund einer birnenförmigen
protokorinthischen Lekythos. Etwas vor 700 herrscht aiso in Kreta noch, wenn
auch schon durch eingedrungene Fremdkörper gesprengt, der gieiche Stii, den
wir etwa ein haibes Jahrhundert früher rein in dem künstierisch abhängigen
Cumae finden.
Wenn Gabrici ferner das überiieferte Gründungsdatum für das vor-
griechische Cumae in Anspruch nimmt, so entbehrt das jeder Berechtigung.
J Notizie degii Scavi 1893, 458; vieiieicht auch 1895, 123 Fig. 4.
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