Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 43.1918

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Geometrische Stiie in Griecheniand

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Stellen, die die Aufeinanderfolge der Schichten besonders klar erkennen
ließen ('Wp/. Ty. 1912,33), lagen zuunterst zwei rechteckigeBrand-und
Bestattungsgräber, darüber ein Bestattungsgrab, ein Gefäßgrab und in
vierter und oberster Schicht wieder ein Bestattungsgrab; oder es folgten
übereinander zwei gewöhnliche Brand-, ein Bestattungs- und ein Gefäß-
grab. Der gleiche Wechsel im Bestattungsritus wie in Tiryns findet
sich auch in Eleusis. ln der tiefsten Schicht sind Kinder wie Erwachsene
in denselben geschützten oder ungeschützten Grubengräbern beigesetzt ^).
Zu der späteren ausschließlichen Anwendung der Pithoi zur Beerdigung
der Kinderleichen schafft den Übergang ein Steinkistengrab der mittleren
Schicht, das zwei Knochen enthaltende Amphoren barg ('Ay. dpy. 1898,
90)-). Steinkistengräber sind es denn auch, das sog. Isisgrab (a. a. 0.
105 ff.), die Gräber a (103), wohl auch 11 (S. 110) und 19 (S. 83),
welche die ältesten 'geometrischen' aus Eleusis bekannten Gefäße her-
gaben. Die 'Kalathoi' aus dem Isisgrab Taf. 11 17 und S. 107 Abb. 27
verbinden den Stil der Akropolisvasen mit der durch die Gräber 2 und 19
in Tiryns vertretenen Ornamentik; der tönerne Dreifuß Taf. IV 3 (vgl.
hier Taf. 1 5) aus demselben Grab, die Hydriske (?) Taf. 11 16 und die
prachtvollen, für die Fahrt nach dem Jenseits gut besohlten Reisestiefe]
Taf. IV 4 ('Wpy. 'Fy. 1912, 36 Abb. 16—47) aus Grab a, die flache Pyxis
aus Grab 19 (Taf. IV 6), alle sind mit einer aus den bekannten einfachen
Elementen bestehenden Streifendekoration überzogen, die wir an Hand
der Akropolisfunde und Verwandtem als frühgeometrisch erkannt haben.
Nichts spricht aber auch in diesen Gräbern für eine spätere Datierung.
Wichtig sind die beiden als Knochenbehälter dienenden Amphoren des
oben erwähnten Plattengrabes der mittleren Schicht (Taf. Hl 7—8),
zu denen sich noch ein Exemplar gleichen Stiles aus der untersten Schicht
(Taf.- 111 5) hinzugesellt. Dieses hat die nach den mannigfachen An-
strengungen der protogeometrischen Zeit erreichte klassische Form der
Amphora mit bis zum oberen Teil des Halses geführten Henkeln, jene

Ü '.E^. üpx- 1898, 90; 1912, 32; Zehetmaier, a. a. O. 131.
h Weiterbenutzung der einmal üblichen, aber oft sinnlos gewordenen
Grabform bei Änderung des Bestattungsritus ist allenthalben zu beobachten.
Vgl. unten die theraeischen Nekropolen und etwa das etruskische Bieda, wo
Nischen für Brandgräber in sog. Würfel-(Kammer)-Gräber eingehauen sind.
RM. XXX 1915, 282 ff.
Athen. Mitteihmgcn XXXXI11 1918 5
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