Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 43.1918

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Bernhard Schweitzer

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Die Metopen selbst sind nach außen zu durch richtige Trigiyphen
abgeschlossen, während sie untereinander nur durch je zwei Balken ge-
trennt werden. Die auf Thera gefundenen euboeischen Amphoren, welche
schon mit vollen Zügen die neuartige Ornamentik des nahen Ostens auf-
saugen, kommen den syrakusaner Krateren in der Erweiterung der
Trigiyphen zu Strichbündeln und in ihrer Schematisierung fast gleich. 8,
10, meist 11, 13 sind die Zahlen, welche das optische Gleichgewicht an
den einzelnen Gefäßen wahren^). Erst als die Löwen und Fabelwesen des
orientalisierenden Stils der Metope einen neuen Inhalt von alles Orna-
mentale weit übertreffendem Interesse gaben, da wurden zunächst die über
Gebühr verbreiterten Strichbündel zur Seite gedrängt, da erlebte schließ-
lich die alte Trigiyphen- und Metopenordnung und mit dieser das Drei-
streifensystem noch eine kurze Nachblüte^). Zwei doppelhenklige Näpfe
aus Melos und ein hoher Kelchkrater gleicher Herkunft verwenden teils
in der Bildzone das Vierstreifensystem, teils nehmen sie wie die große
Amphora aus Delos feine Abstufungen im Verhältnis von 3X4X5 je
nach dem relativen Werte der Rahmenleisten vor 3). Noch einmal in
nuce können uns die theraeischen Amphoren die ganze Entwicklung vor-
führen, nachdem oben festgestellt ist, daß die von Dragendorff unter-
schiedenen Gruppen zeitlich aufeinanderfolgenden Stilstufen entsprechen.
Die horizontale Streifentrennung ist, wie natürlich im Gebiet des Zwei-
streifensystems, in den beiden ersten Gruppen durch je zwei Parallellinien
erreicht. Ebenso wie in Attika ist jedoch in der senkrechten Felderteilung'
anfangs ein leichtes Schwanken zu bemerken, ehe sich die Triglyphe
durchsetzt. Die halslose Amphora Pfuhl A 43 und die Amphoren der
zweiten Gruppe Dragendorff 7 und 11 teilen noch mit je 4 Strichen ab.
Die große Mehrzahl der Gefäße der ersten beiden Gruppen, Dragendorff 2,
3, 8, 9, 14, 15, 39, 48, 49 und Pfuhl A 11, 12, 17 und 47 führen jedoch
das Dreistreifensystem streng durch. Dagegen pflegen mit Ausnahme
einer einzigen (Dragendorff 18) alle Amphoren der dritten Gruppe das
Mehrstreifensystem, indem sie gewöhnlich das Verhältnis 3X4 fest-

9 Pfuhi, Beil. XXIV 1—4; XXIX 1—4; XXX 1 und 4; Thera II 49
Abb. 159.
9 Pfuhl, Beil. XXVII 4 und XXVIII; Thera II 212fi. Abb. 419a—b.
9 Arch. Jahrb. XIV 1899, 34 Fig. 12 und XV 1990, 53 Fig. 113; Tiryns I
149 f. Abb. 11—13.
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