Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 44.1919

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Aus dem Heraion von Samos

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benennung z//^^Tpmig gewiß eine Nachahmung des von Athen
gegebenen Beispiels ist (Diodor XX 46, 2). Ein ebenso später Ansatz
empfiehlt sich für die meisten andern, denn sie stehen den datierten in
Schritt- und Stelenform sehr nahe. In M erscheint Antigonos ohne
Königstitel, aber da wird von der Zeit der yvy?) gesprochen, sodaß es
zweifelhaft bleibt, ob das Dekret selbst noch vor die Königszeit fällt.
Abseits steht A, wie schon immer erkannt worden ist. Es hebt sich an
inhaltlicher Bedeutung über die anderen heraus, das Verdienst, das ja
auch ein ganz besonderes gewesen sein muß, wird ausführlich erzählt,
während mit Ehrungen sehr sparsam verfahren wird: lediglich die Politie
wird verliehen, selbst die Belobigung fehlt. Dialektische (o//ot?y, έττ'
7σψ) sowie orthographische Eigenheiten (εο = εν, αο = cm) i), die
bei den anderen Beispielen unserer Gruppe geschwunden sind, ferner
die stark divergierenden Schenkel des Sigma weisen den Stein höher
ins 4. Jahrhundert hinauf, und so wird er im engsten zeitlichen Zusammen-
hang mit der xd^odog stehen.
Ihm folgt in einigem Abstand F. Hier tritt (Zeile 5) εο = εν ver-
einzelt auf, ferner steht auch hier noch o/cof?y. Mit A hat es die sonst
nicht mehr gebräuchliche Formel cmcx/pd^cM ε?$ το ;Vvog ö cm Ad/?/i
gemein, mit dem ebenfalls altertümlichen Gygesdekret (u. Nr. 6) die
Worte xccJovc xcd Toog d//ovg yro/TTCüg (später .^oydovg) und die
Überschrift im Genetiv (später im Dativ). Die Formel ετταρ/ελλετε^
mo^orm d/ciUov οτί cm dvv^TCii τον A%Mov kehrt außer in A nur
noch in E wieder. Auffällig ist an F die Nachlässigkeit und Unge-
schicklichkeit der tektonischen und der Schriftformen, doch findet sich
dies, wenn auch in geringerem Maße, auch an den anderen nachweislich
älteren Dekreten (A; Inv. 251; Gygesdekret; Inv. 247, ein Bruchstück,
dasUip^g statt "Hpag, yrokcrGig statt Jx^dovg, Tovg ττεντε Tovg
/εένον$ wie A aufweist). F zeichnet sich außerdem noch durch zahl-

J S. dazu Curtius, Urkunden, 9 ff., Dittenberger, Syhoge ^ 168, 2.
Hoffmann, Diaiekte HI, 430ff. Ich kenne ausser A und F nur noch ein
satirisches Fragment mit dieser Orthographie; es steht im Schriftcharakter
A nahe und könnte zu unserer Gruppe gehören: Inschr. Inv. 251 —---
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yrolträiy ^ytyfro xcd ^y reue π()[ο] ] a.4cy ^poy<Mc ycolAljy coyoccty xac I yr<<Oi9-v^c/ay
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