Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 44.1919

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Archaische griechische Vasenmaierei und Piastik

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Metopen nachweisen. in den Tontafeln von Thermos (Ant. Denkm. H
50—52) haben wir ein Beispiel für bemaite Metopen, während alie übrigen
uns erhaltenen als Relief gebildet sind. Aber selbst dort, wo wir inner-
halb der gleichen Denkmälergattung keine in Malerei und Relief aus-
geführten Monumente haben, ist die enge Verwandtschaft zwischen beiden
Künsten in die Augen springend. Ein Beispiel dafür bieten die Friese
von Assos. Die gleichen Gelagedarstellungen *) wie auf diesen kommen
auch auf den einem ganz anderen Kunstkreis angehörigen korinthischen
Vasen vor und hier finden sich nicht nur in der Art, wie die Körper in
die Ebene projiziert sind, sondern bis in die einzelnen Motive hinein
große Übereinstimmungen. Der Klytias des Eurytionkraters (Mon. d.
Inst. Vl/Vll Tat. 33) ist in der Bewegung einem der Männer in Assos
(Brunn-Bruckinann Tat. 411) sehr verwandt; ebenso wie dieser wendet
er den Kopf nach rechts und legt den linken Arm auf ein Kissen, während
er mit dem rechten über seinen Körper hin dem Nachbar etwas reicht.
Zu der Metope mit den Läufern findet man auf der Rückseite einer
panathenäischen Amphora sehr auffallende Analogien Ü- Die Haltung
und die Art, wie sich die einzelnen Glieder überschneiden, ist fast dieselbe
hier und dort.
Es liegt den Künstlern dieser Zeit ganz fern, die Erhebung, die das
Relief ihnen bot, auszunutzen. Es ist hier ganz wie in der Malerei: die
einzelnen Körperteile werden in der breitesten Ansicht auf die Oberfläche
aufgetragen; nur wird der Grund weggemeißelt. Sogar bei dem Hoch-
relief der Giebel und Metopen, bei dem unter der Konkurrenz stark
schattender Gesimse das Relief eine stärkere Ausladung erhielt, unter-
nahm man es nicht, die Figuren plastischer zu gestalten. Am Vorder-
grund bleibt alles Interesse haften, und von dort aus geht es unvermittelt
in die Tiefe. So sind die Metopen des Tempels C in Selinunt, der Giebel
von Korfu und der Hydragiebel der Akropolis flach behandelt. Nur
selten findet man einen Versuch, die Figuren runder zu bilden, so vor
p ln wieweit diese Typen aus dem Orient stammen, wo sie in der assy-
rischen Kunst behebt sind (v. Sybel, Weltgesch. d. Kunst ^ Abb. 67; Perrot-
Chipiez Π Abb. 28 u. 317; Kunstgesch. i. Biid. ^ 60), aus dem die Sitte des
Lagerns beim Mäht herkommt, kann hier nicht erörtert werden. Vgt. Furt-
wängier, Sammiung Saburoff 1 27; Dragendorff, Thera 11 107; Jacobsthal,
Theseus auf dem Meeresgründe 14; ders., Göttinger Vasen 35.
b Vgl. A. J. A. 2. Ser. 1 1897 Taf. 27 mit Mon. d. Inst. X 48.
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