Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 45.1920

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Georg Karo

Zunächst stellen wir ohne weiteres die innere Einheit der beiden
großen Gruppen — Pozzetti und Fosse-Circoii — und ihre Verschiedenheit
voneinander fest. Mag es auch, wie das ja selbstverständlich ist, Be-
rührungen und Üherschneidungen zwischen beiden geben ]), so sind sie
doch im ganzen scharf getrennt. Wie die Hüttenurnen und Villanova-
urnen für die gesamten Pozzetti, und nur für diese, typisch sind, so für
die Circoli die ganzen Schätze eherner Gefäße und Geräte, der kostbare
Schmuck, die innerhalb dieser Gräberreihe durchaus einheitlich sind,
sodaß man nur geringe Unterschiede zwischen älteren und jüngeren
feststellen kann. An einer technisch und stilistisch streng abgeschlossenen
kleinen Denkmälergruppe, den Schmucksachen mit Granulierung und
Filigranverzierung, habe ich vor Jahren die fortschreitende Entwickeiung
innerhalb eines traditionell gebundenen Kunstzweiges darzustellen ver-
sucht (STM. I 233. II 97) 2). Es ergibt sich zwar eine steigende technische
Verfeinerung, aber eine so minimale Fortbildung des Formenvorrats und
Stiles, daß man die ganze Gruppe einer kurzen Zeitspanne zuweisen
muß. Wenige Werkstätten, ein paar Generationen umfassen die ganze
Toreutik von Vetulonia, sowie die verwandte aus Südetrurien und La-
tium 3): inr Westen die genaue Parallele zu den ostgriechischen, vor
allem rhodischen Goldsachen, die wir als jenen etrusk.ischen gleichzeitig
erkennen werden.

Auch alle anderen Beigaben der Circoli verkünden das gleiche Er-
gebnis. Wiederum nur ein paar Beispiele: Der Circolo di Bes (Montelius

C Man vergleiche, um nur ein paar Beispiele herauszugreifen, die kleinen
Schmucksachen bei Montelius 177 mit denen der Circoli, die Rasiermesser
ebenda mit 190, 15 (C. d. Sagrona), die durchbrochenen Schalengriffe (183, 21,
Val di Campo; 197, 9, Franchetta; N. d. Sc. 1908, 435, Tridente) mit dem
aus einem cornetaner Pozzetto (276, 10), die tönernen und bronzenen Rauch-
fässer von Corneto (280, 1. 4. 6, Pozzetti) mit dem Deckel eines solchen aus
dem Circolo di Bes (181, 17; vgl. 307, 15. 318, 18 aus Falerii und Ducati, Bull.
pal. ital. XXXVIII 1912, 11 ff.); das zylindrische Rauchfaß aus einem Pozzetto
von Corneto (N. d. Sc. 1907, 53; R. Museo di Firenze Taf. 96) mit der
reichen Ausgestaltung desselben Typus in Vetulonia (Duce, 187, 2; Franchetta
197, 8; II. Pelliccie 196, 11).

2) Eingehender jetzt Marc Rosenberg, Granulation 1918, 1—20; C. D.
Curtis, Memoirs Amer. Acad. Rome I 1915/6, 63 ff.

3) Jetzt zum größten Teil gut publiziert und verwertet bei Marshall,
Brit. Mus. Cat. of Jewellery, und Pinza-Nogara, Materiali usw. I; C. D.
Curtis, Memoirs III 1918/9, 9—90 (The Bernardini Tomb).
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