Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 45.1920

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Orient und Hellas in archaischer Zeit

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jungminoischen Kreta (Mosso, Preistoria I 238; vgl. A. J. Reinach, Rev.
arch. XII 1908, 291; Arch. Anz. 1909, 92), vor allem aber in einem Grabe
von Zafer Papura bei Knossos, das noch der ersten Hälfte der III. spät-
minoischen Periode angehört (Evans, Prehist. Tombs of Knossos 432,
Taf. 89; Mosso I 239), ein mittelgroßer halbkugeliger Kessel mit zwei
senkrechten Ringhenkeln und drei leicht gebogenen, profilierten Beinen,
der in geradezu verblüffender Weise den unten zu besprechenden ‘dori-
schen’ Dreifüßen gleicht und zweifellos ihnen zugesellt wiirde, wenn die
Fundumstände nicht gesichert wären 1). Das Grab von Zafer Papura aber
darf keinesfalls unter das XIV. Jahr-,
hundert herabgerückt werden.

Ganz zu Ende der mykenischen
Periode tauchen auf Kypros zwei
Typen dreibeiniger Untersätze auf,
denen eine Jahrhunderte lange Fort-
wirkung beschieden sein sollte:

1. An einem oberen Ring, der
das Gefäß trug, setzen drei mäßig
gekrüminte Beine an, die offenbar
Löwenpranken nachahmen. Auch
die verkümmerten Tatzen sind noch zu erkennen. Die Beine werden
durch stabförmige Verstrebungen verbunden. An der unteren Kante
des Ringes, zwischen den Beinen, sind Ösen angelötet, in denen einmal
Bommeln hängen (Abb. 2) 2). Es sind durchweg ganz kleine Stücke;
eines ist in einem Grabe zu Enkomi mit dem gleich zu besprechenden
viereckigen Untersatz und drei mykenischen Schalen entdeckt worden
(Excav. in Cyprus S. 54, Grab 97, abgeb. S. 16 Fig. 30), mehrere
andere erwähnt Murray, Excav. 17, ohne sie indessen in seiner unzu-
reichenden Fundstatistik (S. 51 ff.) aufzuzählen 3). Dieser Typus ist
mir aus Griechenland nicht bekannt. Daß er in einer besonders in Latium

Abb. 2. Dreifuß aus Rypros.

9 Ein ganz ähnlicher aus Mykenai ist jüngst von Stai's zusammengesetzt
worden, Aslziov II 1916, Beibl. 82, Abb. 13.

2) Nach Runstgesch. i. Bild. I 2 4, S. 108 f., wo die wichtigsfen Exemplare
vereinigt sind. G. M. Richter, Greek etc. Bronzes in the Metrop. Mus. New York
(1915), S. 348, Nr. 1181. Aus Curium.

3) Ein Fragment aus einem Grabe mit mykenischen Goldbändern und
einer Bügelkanne erwähnen Myres-Richter, Cat. Cyprus Mus. S. 184, Grab 25.

Ailien. Mitteilungen XXXXV 1920 9
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