Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 45.1920

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Orient und Hellas in archaischer Zeit

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anschließen; auch die kurzen, gegossenen, oben stark gebogenen Beine
sind den kleinen kyprischen Exemplaren (oben S. 129) verwandt 1), vor
allem aber dem schönen Dreifuß von Zafer Papura, der noch keineswegs
dem Ende der minoischen Kultur angehört (oben S. 129). Erst die letz-
ten Stücke dieser Gattung fallen nach Furtwänglers — mit den unseren
völlig übereinstimmenden — Beobachtungen in die Zeit des a u s g e -
b i 1 d e t e n geometrischen Sti 1 s , ihre Anfänge sind wesent -
1 i c h ä 11 e r.

Dagegen ordnet sich Furtwänglers zweite große Gruppe dorischer
Dreifüße, deren Henkel und Beine aus dicken gehämmerten Blechstreifen
mit eingepunzten und gravierten Verzierungen bestehen, in den reifen
geometrischen Stil ein (Olympia IV S. 81 ff.). An die Stelle der Spiral-
bänder treten die typisch geometrischen tangierten Kreise. Die Henkel
sind häufig mit kleinen Pferden oder Vögeln bekrönt, die in der ersten
Gruppe nur selten auftraten, nackte stehende Jünglinge — auch einmal
ein stierköpfiger (Annali 1885 Taf. B) — stützen sie bisweilen, wie Wappen-
halter. Und wiederunr am Ende dieser Phase, als die gehämmerten
Bleche durch gegossene Nachbildungen ersetzt werden, dringen die ersten
orientalisierenden Motive ein (Olympia IV S. 90 ff.): Rosetten füllen
gelegentlich die tangierten Kreise (Taf. 32, 621), auf den Henkeln er-
scheint auch einmal, statt der altgewohnten Pferde und Vögel, ein Löwe
(Taf. 30, 641; alle Typen von Dreifüßen zusammen auf Taf. 34). Dies
alles entspricht genau der Entwickelung des geometrischen Stils in der
Vasenmalerei, wie sie uns Schweitzer jetzt kennen lehrt; er hat auch den
Parallelismus mit jenen Dreifüßen richtig betont (AM. XXXXIII 1918,
85 ff.), die er ostgriechischer Kunst zuschreibt.

Ganz am Ende des Dipylonstils steht der bekannte Krater in
Athen 2), der mit seinen breiten aufrechten Ringhenkeln und dem ge-
schweiften durchbrochenen Fuß offenbar einen Metallkessel auf ge-

9 Olympia IV S. 74 ff. Taf. 28, 549—566. 29/30, 567—577, etwas jünger
578—582 a; Münch. Sitz.-Ber. 1899 II 422 ff. = Kl. Schr. II 305 ff. Ein voll-
ständiges, sehr altertiimliches Exemplar dieser Gruppe, von der Akropolis zu
Mykenai, in Athen. Die ältesten olympischen Dreifüße a u s E i s e n (Olympia
IV 75 f.) sind leider bis auf wenige Reste unbeachtet zerfallen.

2) Nat.-Mus. 467, Collignon-Couve Taf. 19; Pernice, AM. XVII 1892, 205
Taf. 10; Pottier, Rev. d. et. gr. 1894, 117. Scherben von einem ganz ähnlichen
Gefäß mit entsprechenden Darstellungen: Pernice, a. a. O. 226 f.
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