Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 9.1893

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Architektonifche Rundfchau
SKIZZENBLÄTTER
AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST
HERAUSGEGEBEN
VON
Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.
9. Jahrgang 1893.
6. Heft.
Monatlich eine Lieferung zum Preise von Mark 1. 50.

I N HALT.

Tafel 41. Haupteingang zum Rathaus in Geestemünde;
erbaut 1892 nach den Entwürfen von Professor Hubert Stier
in Hannover.
Der Bau ist in roten Verblendsteinen mit Anwendung brauner
Glasuren und farbiger Friese in Ziegelmosaik ausgeführt.
Tafel 42. Entwürfe zum Innenausbau eines Schlösschens
in Tirol von Zaar & Vahl, Architekten in Berlin. ■—■ Salon.
— Siehe auch Tafel 11 und 29. —
Tafel 43. Brunnen im Garten
der Villa Lenbach in München; auf-
genommen von H. E. von Berlepsch
und Fr. Weysser, Architekten da-
selbst.
Tafel 44. Villa Germania in
Baden (Niederösterreich); erbaut von
Stadtbaumeister Franz Schmidt
daselbst.
Die im reinen Barockstil erbaute
Villa besitzt nur ein ebenerdiges Ge¬
schoss, dessen Räume sämtlich von
einem durch Oberlicht beleuchteten
Vorzimmer zugänglich sind.
Mit Ausnahme der steinernen
Attiken und Pfeileraufsätze bestehen die
Fassaden aus Putzarchitektur, die Dach¬
eindeckung aus belgischem Schiefer.
Der kleine Erker ist mit Schuppen-
ziegeln aus Kupfer gedeckt.
Die Baukosten betrugen mit Ein¬
schluss des Einfriedigungsgitters rund
30000 fl. ö. W.
Tafel 45. Villa Franz in Halensee (Grünewald) bei Berlin;
erbaut von Cremer & Wolffenstein, Architekten in Berlin.
Der Unterbau dieses Landhauses besteht aus Ziegelrohbau,
das Obergeschoss aus Holzfachwerk mit geputzten und bemalten
Feldern.
Die Baukosten stellen sich pro 1 [3111 auf M. 275.—
Tafel 46. Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien;
erbaut von Professor Carl König daselbst.

Die Hauptfront dieses monumentalen Gebäudes liegt an
der Taborstrasse, einer Hauptverkehrsader, welche programm-
gemäss mit der dahinter liegenden Mohrengasse durch eine
Durchfahrt verbunden werden musste. Durch eine Vorhalle
gelangt man über eine die ganze Breite derselben einnehmende
Stufenreihe in das Vestibül, von diesem links zur Haupttreppe,
und geradeaus in das Börsencafe. Die rückwärts anschliessen¬
den, zur Börse gehörigen Nebenräume
dienen als Postbüreaus, Druckerei
und Magazin, in Verbindung mit dem
Waglokale. Zur Rechten gegen die
Durchfahrt gekehrt liegen die Ver-
kaufslokale als vermietbare Räume
und eine durch alle Geschosse gehende
Treppe, welche insbesondere die Ver-
bindung mit den im zweiten Stocke
liegenden Bureaus herstellt. Zur
Bequemlichkeit des Verkehrs sind
noch weitere Nebentreppen ange-
ordnet.
Im ersten und Hauptstock ge-
langt man vom Foyer in den kleinen
Börsensaal, welcher für den täglichen
Verkehr dient, und von diesem in
den grossen Börsensaal. Die Bestim-
mung der andern Räume ist aus dem
Plane zu ersehen.
Im zweiten Stock sind Büreaus
untergebracht. Zu bemerken ist noch,
dass mit Ausnahme des Vestibiiles
und der zu den Cafes gehörigen
Räume das ganze Parterre unterteilt ist, so dass in dem hier-
durch gewonnenen Mezzanin die Büreaus des Post- und Tele-
graphenamtes, ein grosses Banklokal und andre vermietbare
Räume untergebracht sind.
Die Heizung geschieht durch eine Dampfheizanlage, deren
Kessel in dem Raume unter dem Kesselhofe aufgestellt sind.
Der Sockel der Fassade besteht aus Mannesdorfer Stein, die
Architekturteile des Parterres, sowie die Figurengruppe auf der


Grundriss der Villa Franz in Halensee (Grünewald)
bei Berlin; erbaut von Cremer & Wolffenstein,
Architekten in Berlin.
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