Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 9.1893

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Tafel 70. Wohnhäuser Gartenstrasse 56 und 58 in Düssel-
dorf; erbaut von Tüshaus & v. Abbema, Architekten da-
selbst.
Diese Wohnhäuser sind für je eine Familie erbaut. Die
innere Ausstattung ist einfach, aber stilgerecht gehalten. Die
Fassaden sind in rotem Kyllthaler Sandstein mit hellgelben Ver-
blendern hergestellt.
Die Baukosten betrugen: No. 56 24000 Mark, No. 58
25 000 Mark.
Tafel 71. Grabmal der Familie Siegle auf dem Fangels-
bachfriedhof in Stuttgart; entworfen vom j- Oberbaurat A. Gnauth.
Die Ausführung des Grabmals ist in Granit und Bronze erfolgt.

liegenden Festsaal gestattet, der — durch zwei Stockwerke
ragend — mit einer als Balkon vorgebauten Musiktribüne aus-
gestattet ist, welche in ihren zurückliegenden Teilen, nach
Abschluss der Balkonthüren, den Korridor für die den Aktiven
des Corps eingeräumten Wohnungen bildet.
Äusser den in den beigegebenen Grundrissen verzeichneten
Räumen enthält das Haus im Kellergeschoss neben den üblichen
Gelassen eine als gotische Gewölbehalle ausgebildete Keller-
kneipe mit anliegendem Dienerzimmer und im südlichen Dach-
geschoss eine aus drei Zimmern und Küche bestehende Haus-
meisterwohnung.
Das in seiner Architektur von der Gotik zur Renaissance



Grundriss der Wohnhäuser Gartenstrasse 56 und 58 in Düsseldorf;
erbaut von Tüshaus & v. Abbema, Architekten daselbst.


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Grundriss des Corpshauses der »Guestphalia« in Heidelberg; erbaut
von Baurat H. Behaghel daselbst.

Tafel 72. Corpshaus der »Guestphalia« in Heidelberg; er-
baut von Baurat H. Behaghel daselbst.
Das Gebäude wurde im Sommer 1885 begonnen und seine
Einweihung beim 500jährigen Universitätsjubiläum im Juli 1886
vollzogen.
Die geringe Tiefe des von einer Serpentine der neuen
Schlossstrasse umzogenen Bauplatzes war bestimmend für die
gedrängte Grundrissanlage, bei welcher ein Hauptaugenmerk
darauf gerichtet werden musste, dass neben den regelmässigen
Zusammenkünften auch grössere Feste im Corpshause abgehalten
werden könnten. Zu diesem Zweck wurde das Kneiplokal mit
einer fast 4 Meter breiten Schiebthüre versehen, welche bei
besonderen Anlässen eine Vereinigung mit dem gegen Norden

übergehende Gebäude ist in seinem lediglich auf malerische
Wirkung berechneten Aeussern durchaus in dem roten Sand-
stein des Neckarthaies ausgeführt, wobei die Flächen in unregel-
mässigem Verband mit hammergerichteten Steinen gemauert und
verfugt wurden. Das Innere ist entsprechend der Aussenarchi-
tektur behandelt, so dass der Festsaal mit seiner in die Dach-
konstruktion einbezogenen gewölbten Holzdecke in gotischem
Stile durchgeführt ist, während die anschliessende Kneipe mit
den zugehörigen Nebenräumen in den Formen der Deutsch-
Renaissance gehalten sind.
Die Baukosten beliefen sich auf rund 50000 Mark, wovon
etwa 4000 Mark als Extrakosten auf aussergewöhnliche Funda-
mentierungen entfallen.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
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