Argos, oder der Mann mit hundert Augen — 4.1793 [VD18 90283848]

Page: 529
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/argos1793b/0525
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
5^9
Treue; gesthikt, seine Verrakhsreisn Zu erklä-
ren durch Vorwand des öffentlichen Wohls;
seine Laster zu rechtfertigen durch vorgegebene
Fehler, ließ er die Verschwörer, welche schon
daran waren, den lezten Streich zum Ruin
der Republik zu schlagen , aus eine unbedeu-
tende oder günstige Art anklagen, damit er
Gelegenheit hatte, sie nachher selbst zu vert ei-
digen. Er unterhandelte mir Vrissot, korre-
spondirte mit Ronsin, munterte Hebert auf,
und schikte sich in alles, was vorfiel, damit
er sowohl von ihrem Sturze, als von ihrem
Glücke, Ruhen Ziehen, und alle Feinde der
Freiheit gegen die republikanische Regierung
vereinigen könnte.
Vorzüglich sah man in den lezkern Tagen,
wie sich das abscheuliche System, die öffent-
liche Moral zu trüben, in seinem ganzen Um-
fange entwickelte. Damit es ihnen hiermit
desto bester glükte, so besudelten und warfen
sie alles durcheinander durch die eckelhafte Mi-
schung unsrer reinen Grundsätze mit der Ver-
derbtheit ihres Herzens.
Alle Schurken hatten eine Art politischen
Priesterthums usurpirk, und rechneten unter
die Ungeweihten alle Patrioten und die Re-
präsentanten deö Volks. Man zitterte da-
mals, eine richtige Idee vorzutragen, denn
sie hatten dem Patriotismus jeden Gebrauch
des gesunden Menschenverstandes untersagt.
loading ...