Argos, oder der Mann mit hundert Augen — 4.1793 [VD18 90283848]

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Verschwörungen, mitten im Getümmel eines
solchen Kriegs, in dem Augenblick, worin die
Fackeln der Bürgerzwietrachk noch rauchten,
plötzlich alle Gottesverehrungen gewaltsam an«
griffen, um sich aufzuwerfen zu rasenden Apo-
steln des Nichts und zu fanatischen Misste-
narien des Atheismus ? Welchen Zweck hatte
jenes grosse Werk, entspannen in den Finster-
nissen der Nacht, ohne Vorwissen der Na--
tional-Convention, von Priestern, Fremden,
und Verschwörern? War es Vaterlands-
liebe? Das Vaterland hat sie schon mit der
Strafe der Verrärher gerichtet. War es
Priesterhaß ? Die Priester waren ihre Freun-
de. War es Abscheu vor Fanatismus? Fa-
natismus allein gab ihnen Waffen. War
es Sehnsucht , den Sieg der Vernunft zu
beschleunigen? Man schmähte sie ja durch ra-
sende Gewaltthatigkeit; durch Ausschweifun-
gen , erfonnen, um sie verhaßt zu machen;
man schien sie in die Tempel einfchliessen zu
wollen, um sie aus der Republik zu vertrei-
ben.
Man diente der Sache unsrer Feinde; Kö-
nige hatten selbst diese Begebenheiten im vor-
aus angekündigt, und nüzten sie, um den Fa-
natismus der Völker wider uns zu erregen,
durch Manifeste und öffentliche Gebete. Sehe
man doch, mit welchem heiligen Grimm Mei-
ster Pitt der Frankennation all diesen Unsinn
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