Argos, oder der Mann mit hundert Augen — 4.1793 [VD18 90283848]

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tzeft nach ihnen mit vieler Heftigkeit zu Tunste»
derselben Meinung.
° Woher kommt jene sonderbare Uebereinstim-
mung der Grundsätze, unter Menschen die von
einander getrennt scheinen? Muß man sie bloß
der Sorgfalt zuschrerben, womit diejenigen wel-
che dre Sache des Volks verliessen, chren Abfall
zu decken suchen , indem sie voll wunderbaren
Eifers die sogenannten religiösen Vorurtheile an-
griffen; als ob sie ihre Nachsicht gegen die Ari-
stokratie und Tyrannei), dadurch hätten ersitzen
wollen, daß sie der Gottheit den Krieg erklärten.
Nein, das Betragen dieser listigen, ränkevol-
len Menschen, hatte offenbaren Zusammenhang
mit tiefpolitischen Absichten; sie fühlten, daß die
Freyheit nicht besser gemordet werden könnte,
als wenn sie durch alle mögliche Mittel dasjeni-
ge begünstigten, was dahin abzweckt, den
Egoismus zu rechtfertigen, das Herz auszutrock-
nen, und die Idee des moralisch - Schönen aus.
zulöschen, welche die einzige Richtschnur ist, nach
wckcher die öffentliche Vernunft die Vertheidiger
und die Feinde der Menschheit richtet. Sie
hängten sich mit Entzücken an ein System, wel-
ches das Schicksal der Guten und Bösen unter-
einander warf, und keinen andern Unterschied
unter ihnen annahm, als die ungewisse Gunst
des Glücks; keinen andern Schiedsrichter als das
Recht des Stärkern oder der Listiger».
Ihr habt einen ganz andern Zweck und wer-
det also einer ganz entgegengesetzten Politik fol-
gen. Aber müßen wir nicht fürchten, den Fa-
natismus wieder zu wecken und der Aristokratie
Vorthcile zu geben?
Fernde des Volks, seid wer ihr wollt , nie
wird die National-Convention eure Verkehrtheit
begünstigen, Aristokrate, eure Larve sei noch
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