Rudolf Bangel <Frankfurt, Main> [Editor]
Meisterwerke der Malerei des XIX. und XX. Jahrhunderts: u.a. Sammlung F. O. Soeding, Westfalen ; [Versteigerung: 15. Mai 1923] (Katalog Nr. 1043) — Frankfurt a. M., 1923

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s J *Ys ift ein im germanifaoen Wefen wurzelnder
/-/ Hang, feine Umgeßung nicßt aßftrakt zu ge~
Z^mmm^P fiaften, fondern ißr einen perfönlicßen Zug
ßeizumifcßen. Der Deutfcße will das, was um ißn ift, in
Bezießung zu ficß gefetzt feßen. Es muß einen indivi*
duellen Stempel tragen. Sammefte er uranfänglicß
meßr die Rarität das Erinnerung sftück, fo wurde
diefes fpäterßin aßgeföft durcß das Eamilienftück. In
neuerer Zeit trat an feine Stelle die Kunft im allgemeinen
undweiteften Umfang des Wortes, getragen aßerjeweilig
von durchaus perfönficßer Empfindung, von gefüßls*
mäßigem Eigengefcßmack. In keinem Lande ift das Ver-
fangen nacß dem Scßönen undEdfen fo fiark undfo ßeiß
wie ßeim Deutfcßen Volk. Nirgends wird fo viel ge*
fammeft undiftfo vielgefammeft worden wie in Deutfcßen
Landen. Nirgends ßefteßt in fofcß ausgeprägter Torrn
der Kunft anderer Völker gegenüßer eine mit Verftändnis
aßwägende gerecßte Neutralität. Der Mangel an Ein-
feitigkeit mag ein Erßüßel fein, aßer es ift dem Deutfcßen
zum Segen geworden. Die Tolge ifi die mannigfacßfte
Schattierung des Cßarakters der Privatfammlungen und
aucß die in keinem anderen Lande in folcß reicßer Zaßl
vorßandenen öjfentließen Mufeen find einander gegenüßer
verfeßieden geartet je nacß den ßefonderen Neigungen der
Männer, die zu ißrer Leitung ßerufen wurden. So trägt
aucß die naeßfteßendßefeßrießene Sammlung eine eigene
Note. Keine ßejfere tlßerfcßrifi konnte man dieferaus rund
25o Bildwerken ßefteßenden Kollektion geßen als durcß
Voranftellung des im Jaßre 1887gemalten Bildes „Be-
fcßaulidöes Dafein" von Hans Hßoma. Auf der ein"
fadoen Veranda des aus eigener Kraft gezimmerten
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