Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

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was recht liebet / gab Ihm gnugsame Beweg-
riussen an die Hand / deßOrcE gethanen Vor-
stellungen sich zu widersetzen; Nach einem lan-
gen Streit über diese Sache / versicherte Orcsn
den Printzen/ daß der äulcan grosse Neigung
vor Ihn hätte / und dessen Absicht wäre Ihn
bey seiner Zurückkunfft auß ?erüen zu Ehren-
Aemptern zu erheben / Er müßte aber in Anse-
hung dessen sich stellen die Religion zu verändern;
Schicket Euch in die Zeit / fuhr er fort / GOtt
begnüget sich mit dem Hertzen; Wann Ihr Euch
bey dem Gülcan in Gnade setzet / so werdet Ihr
die Freyheit Eures Vaters erlangen ; Ihr suchet
selbige inbrünstig / das Absehen ist schön gnug
über einige Schrancken zu springen, welche man
Euch vorstellt/ und mit einem Wort: ohne die-
ses Opffer werdet Ihr denjenigen nimmermehr
sehen / welchem Ihr Euer Leben schuldig seyd:
Der lyrische Fürst ist gnädig/ überallhin'/wie
anderst wo/ vermag diekeliZion alles/ und die
Völcker würden nicht gut finden/ daß man die
Wohlfarth und Nutzen ihres Propheten verab-
säumete, und an dessen statt einen Feind deß^lco-
rsns stellete: Ihr seyd ein Staats-Mann / ant-
wortete der Printz gantz kaltsinnig / vielleicht daß
ich mit Heranwachsung meiner Jahre an dieser
Wissenschafft einen Gefallen haben möchte/aber
vorjetzo gestehe ich / daß die Verstellung mir
höchst straffbar scheinet/man mag sie gebrauchen
wie man will / mithin auch diese / welche ihr
mir an die Hand gebet.

Er
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