Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

Page: 105
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tet hatte; Sie scheuete nicht die Folgen dieser
Lügen - der Mohr war völlig aufJhrer Seiten/
und vielleicht hat er das Angesicht der Printzes-
sin niemahlen gesehen- will geschweigen mit Ihr
geredet zu haben. Die arme ^rime erduldete
grosse Schmertzen - und ließ so bewegliche Kla-
gen hören- daß eine jedwedere - außgenommen
eine eyfersüchrige Persohn - dadurch würde ge-
rühret worden seyn ; Etliche Tage giengen in
dieser Berrübnuß vorbey - aber bißweilen wußte
Sie doch nicht - was Sie von dem Stillschwei-
gen deß Spaniers gedencken solte. Wann Er
Dich liebet - sagte Sie zu kelime, warum hat
Er dann sich nicht der Gelegenheit bedinet dich
dessen zu benachrichtigen ? Vielleicht quäl Ich
mich vergebens mit der Verzweiflung. Ich bin
eben Eurer Meynug antwortete diese Fräulein-
und ich will mir mit diesem Sieg gar nicht
schmeichlen ; Aber mit allem dem-Durchlauch-
tigste Printzeffin- ist dieser Spanier wohl werth-
so vieler Quaal und Unruh-die Er Euch verursa-
chet? Und - - - ob Er dessen würdig
seye? Antwortete die Prinffin: Ach l kelime,
Ich habe Dich hundert mahl Hörensagen - daß
Seine Persohn in allem vollkommen wäre; Wir
haben von der Hoheit seines Geistes genügsame
Proben- wann Er mir ungetreu ist- so ist es
ein Fehler meines Gestirns / welches mich när-
rische Mittel hat machen ergreiffen eine Wahr-
heit zu ergründen - die mir viele Thränen verur-
sachen wird. In Außsprechung dieser Worte
G 5 vergoß
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