Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

Page: 166
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bedacier1722/0170
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
r66

G)(°XR

leicht denselben / nach seiner ersten Hitze/ gereue-
te/ ihn zu einem kundbahren Opffer seines Zorns
und seines Schmertzens gemacht zu haben / so
befahl dieser ^onarck Augenplötzlich seinem ks-
voriren / denselben in seinem Gefängnüß zu er-
troßlen/ und nachdem Er in der Evl Orcire ge-
geben / der kelime und dem Printzen nachzuse-
tzen / so gieng Er in das Zimmer seiner Tochter/
welche / indeme Sie erwachte / alsobald das
Schreiben der kUime gefunden/ worinnen Sie
Ihr Todes-Urtheil sähe / Sie blieb in Ihrem
Bette / um die neue Unruhe / worein Sie diese
Zeitung gesetzt / zu verbergen : Sie seuffzete tau-
send mahl/ ohne einmahl Gedancken zu fassen,
an Ihrem Unglück zu zweifflen ; Als nun der
Lullen hinein kam / beorderte Er alle Damen
hinauß zu gehen/ und gab Ihr einen solchen Ver-
weist / den man sich leichtlich einbilden kan.
Dieser ungemeine Schmertzen und allzugrosse
Bestürtzung verhinderten Sie alsbalden zu re-
den / und Ihr Hertze wurde davon so sehr ge-
gedrucket/ daßSiein eine gar gefährliche-Ohn-
macht darnieder fiel ; Es wäre schon eine ge-
raume Zeit/daß Sie darinnen läge/ als der Aul-
ran , dessen Hitze sich zu verliehren anfieng/durch
die Gütigkeit seines Amreis sich gegen dem
Bett wendete / und Sie gantz erblaßt und ohne
einigen Schein deß Lebens da liegen sähe. Sein
Zorn konnte gegen diesem traurigen Anschauen
nicht stand halten / Er umarmete Sie / und in-
dem Er Sie aufhebtt/ sobemühete Er sich Ihre
Lebens-
loading ...