Bédacier, Catherine
Wahrhaffte Liebes- Und Helden-Geschichte Heinrichs, Hertzogen der Vandalen — Ulm, 1722 [VD18 13950371]

Page: 172
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Geitz alles wagend / hatten sie sich auch entschlos-
sen / ihr Leben biß auf den letzten Bluts-Tropf-
fen zu beschützen ; Man hatte sie über und über
bewaffnet / dergestalt / daß ob schon der Printz
auch alle Mühe anwendete/ Er doch keinen De-
gen von denenselben bekommen konnte. Er
muste also Gedult tragen / und sich bey der kelime
ein Vertrauen und Sicherheit gegen Ihm zuwe-
gen bringen/um desto leichter zu Seinem Zweck
gelangen zu können.
Was erduldete dieser arme Printz Zeit
einer so langen und unangehmen Reyse nicht vor
vor Pein ? Er mußte leiden die übergrosse Liebe
einer Fraulein / welche Er biß auf den Todt
hastete / und sich Mehr und mehr gegen Ihr
verstellen / sobald als Sie etwas darvon mer-
cken wolte: Doch brachte Er dieses in Stand;
So wahrhafftig ist das Sprüch-Wort/ wel-
ches sagt: daß die Nothwendigkeit die Beschaf-
fenheit und Natur deß Gemüths bezwingen kan;
Es wäre kein Mittel vorhanden / vier Manner/
welche Ihm niemahlen von der Seiten giengen/
zu verführen / ?el>me, die alles wohl vor sähe/
hatte sich sehr gehütet / Ihme weder Edelgestein
noch Geld zu geben / so lang Sie bey Jhm noch
etwas zu befürchten hatte / wie Sie dann auch
Ihren außgestellten Wachten verbottcn / nicht
anderst/ als einer nach dem andern, zu schlaffen;
mithin waren allezeit zwey / welche wachetem all-
weilen der Printz noch zu Bette war. Er schliess
wenig / allezeit wachsam auf sein Vorhaben,
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