Beer, Johann Christoph; Ilger, Franz Anton [Oth.]
Das Gericht der Elteren Auf dieser Welt. Das ist: Kurtze und deutliche Erklärung Der Grossen Schuldigkeit der Elteren, Welche sie haben ihre Kinder ehrlich und Christlich zu erziehen: Eingetheilet in II. Theil, Deren der I. Erweiset was die Elteren ihren Kinderen in Zeitlichem zu lehrnen schuldig, und II. Zu was sie in Geistlichem gegen selbe verbunden seyen: Um besserer Klarheit willen In etlich geistlichen Gesprächen vorgestellet Zwischen Einigen Eltern und ihrem Pfarr-Herrn — Lintz: verlegts Frantz Antoni Ilger, Buchhandler, 1751 [VD18 14845350]

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78 Von der Schuldigkeit der Eltern
ten Tugenden gewöhnet werde«/als zu der
der Sanftmurh/ Demurh/ Liebe des
Nächsten Gedulr,Unrerthanigkeic/ Ver-
zelvung der Feinden rc. auch dardurch ih-
re diesin Tug. nden entgegen gesetzte Untu-
genden ihnen abgewöhnen, und ob sie schon
vielleicht jetzt in ihren kindischen Jahren
wegen ihrem Unverstand keinen Verdienst
Von solchen Tugenden haben, so werden
sie aber diesen Verdienst erhalten , wann
sie zum Verstand kommen und groß seynd;
zumahlen sie sodann gar leicht und auch
mit einer grossen Ringfertigkeit hernach
dasjenige thun werden/ dessen sie in der
Jugend schon seynd gewöhnet worden-
Plato der Weltweise hat diesen Nutzen
wohl erkennet, und hoch gepriesen/ da er
- -- also von der Kinder-Zucht sagt: U
s-irrrm, U ^o/or, An re-
KiA»re, r» ro-ttr»
«c ftrci/rqv ^No»»r>!-
corr've/rrettcer --<rs/o»r o»,»r^
: Zufsrderist seye bey der Kinder-
Zucht dieses zu mercken, daß selbe/ noch
bevor sie rhren Verstand recht gebrau-
chen können schon dahin abgerichr wer-
den/ was sie lieben oder hassen sollen,
damit sie hernach ohne Beschwernuß
her Vernunft nach leben, wann sie zu
der Vernunft selbsten schon gelanget
seynd.
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