Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Beschreibung der antiken Skulpturen mit Ausschluss der pergamenischen Fundstücke — Berlin, 1891

Seite: 158
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Statue bestimmt,
als die Statue.

wie er hier verwandt ist; er ist aber für die Figur zu grofs
und griechisch, während die Figur römisch ist.

Aus der Sammlung Baireuth; vormals in Sanssouci.
Oesterreich Nr. 486. Gerhard, B.A.B. Nr. 221.

Ein Römer, mit Tunica und Toga bekleidet, Schuhe
an den Füfsen, sitzt mit etwas vorgestelltem rechten Fufse
auf einem mit einem Polster bedeckten Klappstuhl, der Sella
curulisj die ihn als Beamten kennzeichnet. - Er stützt die
linke Hand, in der er eine Rolle hält, auf die Ecke des
Stuhls und hebt die Rechte, ein wenig, wie zur Rede. Die
Basis ist vorn und auf den Seiten mit einer Hohlkehle profi-
liert, unregelmäfsig nach dem vorgesetzten Fufse verlängert
und hinten eingeschnitten. Die Rückseite der Figur ist ver-
nachlässigt. Unbedeutende Arbeit der Kaiserzeit.

Der vollbärtige Kopf, ursprünglich für eine andere
ist griechische Handwerksarbeit, guter, erheblich früherer Zeit

391. Sokrates und Seneca. Doppelherme. Weifsei-, etwas graugeäderter Mar-
mor. H. 0,27 — 0,28.

Geschickt ergänzt am Sokrates: die vordere Hälfte der Nase, ein Stück des
Schnurrbarts, am Seneca die ganze Nase mit einem Stückchen der Stirne, am linken
Auge ein Stück der Braue und Schläfe, sowie des unteren Augenlides, beide mit
entsprechenden Teilen des Auges, endlich die Falten am äufseren Augenwinkel

mit der Höhe des Backenknochens.
Sonst gut erhalten.

Gefunden 1813 beim Fundament-
graben auf dem Terrain der Villa
Mattei zu Rom, unweit der Tribüne
der Kirche Sta. Maria in Domnica.
1878 in Rom erworben. Lorenzo Re,
Seneca e Socrate, erma bicipite etc.
Roma 1816, Fol. Danach E. Q_. Vis-
conti, Ron. rom. Paris 1817, Fol.,
Taf. XVI, 5. Canina, Viaappiall, Taf. 19, 5. Nach dem Originale neu abgebildet
in Archäol. Zeit. XXXVIII, 1880, Taf. V, und besprochen von Hübner das. S. 20 ff.
Bernoulli, Rom. Ikonogr. I, Taf. XXIV, vgl. S. 276.

Die beiden mit den Hinterköpfen verbundenen Porträtköpfe sind an den
hermenförmig zugeschnittenen Brustteilen das eine Mal mit einem Untergewand
und auf der linken Schulter dem Mantel, das andere Mal nur mit dem ebenso ge-
legten Mantel bekleidet. In Untergewand und Mantel erscheint das bekannte, hier
aufserdem noch durch die Inschrift CCOI ///// ATHC auf der Brust bezeichnete Porträt
des Sokrates. Schmeichlerisch ist mit ihm ein römischer Philosoph gepaart, dessen
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