Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Beschreibung der antiken Skulpturen mit Ausschluss der pergamenischen Fundstücke — Berlin, 1891

Seite: 358
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und linken Arm verhüllt, nach links gewandt steht und den rechten Unterarm wie
zur Handreichung mit einer zweiten Person ausgestreckt zu haben scheint.

886. Sphinx. Pentelischer Marmor. H. 0,44. Br. 0,37. D. etwa 0,13.

Der ganze untere Teil ist vorn mit den Hinterbeinen und dem linken
Vorderbeine bis an ein senkrechtes in der Unterfläche be-
findliches Dübelloch abgesplittert.

Aus der Sammlung Choiseul .(Kat. Nr. 107), später
in der Sammlung Pourtales (Kat. Nr. 33); erworben 1865.
Architektonisch streng angeordnet sitzt die Sphinx
im Profil nach links gewandt, während der Kopf fast
nach vorn herausgekehrt ist; sie trägt einen Kalathos auf
dem Kopfe, lange Locken fallen auf die Schultern, ihre
Flügel sind aufgebogen und der Schwanz emporgeringelt.
Die Figur, hinten unausgearbeitet, ist ein Relief mit um
ihren Umriss ausgeschnittenem Grunde, und diente als linkes Eckakroterion eines
grofsen attischen Grabmals aus dem vierten Jahrhundert v. Chr., dessen Mittelakroter
etwa eine Sirene gebildet haben könnte (vgl. den Grabstein des Phalereers Kallias.
Lebas, Voy. arch. mon., fig. pl. 78, 1 = Friederichs-Wolters Nr. 1094), oder eine
Doppelsphinx, wie bei Kekule, Theseion, 28. Der Kopf ähnelt sehr Sirenenköpfen
von attischen Grabsteinen derselben Zeit.

887. Relieffigur eines römischen Kriegers. Grobkörniger weifser, etwas grau-
bläulicher Marmor (sog. grechetto), kleinasiatischen Fundstücken verwandt.
H. 1,59. Br. 0,86. Relieferhebung 0,065. Dicke der Platte 0,12.

Die Platte hinten abgesägt. Ergänzt der ganze
linke Rand und ein Stück vom rechten, an der
Figur die Nase, die ' rechte Hand mit der Lanze
bis auf ein kleines unteres Stück derselben, die
Hälfte der linken Hand mit Daumen, Zeigefinger
und einem Teile des Mittelfingers, der Rand des
Schildes und zahlreiche Stücke der Gewandung.

Gefunden in Pozzuoli; erworben 1830 durch
Bunsen in Rom. Gerhard, B.A.B. Nr. 254. Hüb-
ner, Relief eines römischen Kriegers, Berliner
Winckelmannsprogramm 1866.

Das Relief bildete die eine Seite eines Archi-
tekturteiles, etwa des Sockels an einem gröfseren
Monumente. Um die Ecke auf der linken Seite
befand sich eine ähnliche stehende Kriegerfigur wie
die erhaltene; beim Absägen der Platte ist mil-
der mit dem Schilde gesenkte linke Arm davon
übrig geblieben. Die Seite rechts erscheint glatt.
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