Bertuch, Friedrich Justin ; Bertuch, Carl
Bilderbuch für Kinder: enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Früchten, Mineralien ... alle nach den besten Originalen gewählt, gestochen und mit einer ... den Verstandes-Kräften eines Kindes angemessenen Erklärung begleitet (Band 1) — Weimar, 1801 (2. Aufl.)

Page: 122
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Fifch e. VI.

B. 1. No. 41.

GOLD-FISCHE,

'—'litcr die schönficn Bewohner des Wassers ge.
höven gevviss die Guldßsche, deren hauptsächlich
4 Arten lind.
No, 1. Der Gold-Schley,
(Cyprinus tincn auratus.)
Her Gohischley ist vorzüglich in Schießen zu
Hause, und man hält ihn, wegen seiner prächti
8er* Goldfarbe, gemeiniglich in Gärten und auf
Landgüthern zum Vergnügen in Teichen. Er
r,ahri sich von Grundkräutern und Würmern, und
*4 unstreitig einer der Schölten Europäischen Fi-
khe. Er bekommt die Grösse eines Karpfen.
No, 2. Die Orfe,
(Cyprinus 01 fus.')
Hie Orfe iß gleichfalls ein Europäischer Fisch,
^er aber nur im südlichen Deutschland , Frank
Teich und Ungarn zu Hause ist. Er lebt in Finden,
^ eichen und Seen, nährt sich von Würmern und
^en Laich anderer Fische. Man hält ihn seiner
schönen Orangen - Farbe wegen, mehr zum Ver-
sagen als zum Nutzen in denFisehteichen ; denn
sein Fleisch ist weich und unschmackhaft.
■No« 5» Der cliinesische Gold-Karpfen
(Cyprinus auratus.')
unstreitig das schünste und prächtigsle Geschöpf
Unter allen Wasierbewohnern. China ist sein Va-
terland. In den erslen drey Jahren ist erschwarz,
^ann bekommt er Silberpuncte, die sich nach und
^ach vergrösscrn, bis er über und über eine Silber-
aibe bekommt, und daheisst er der Silbersisch.

Darauf wird er roth und bekommt endlich eine
Solche hohe und brennende Goldfarbe, daTs man
glaubt, eine glühende Kohle im Finstern zu sehen.
Die vornehmen Chineser und Japaner halten der-
gleichen Goldfische zurl’rachtin grossen gläser-
nen Vasen in ihren Zimmern, oder in den Teichen
ihrer schünen Gärten, wo die Damen zum Zeit-
vertreibe sie füttern. Ohrigeachtet China ihr Va-
terland ist, so hat man sie doch schon auch nach
England, Holland, Dännemark und Teutschland
verpflanzt, und es haben Liebhaber in Hamburg
und Bremen welche in ihren Gärten, in Meinen
Haltern, wo sie recht gut dauern. Will man sia
zum Vergnügen in grossen Gläsern imZiinmer hal-
ten, so muss man ihnen die Woche zweymalund
im Sommer noch mchrmal frisches Waller geben,
und sie mit kleingepflückten Oblaten, feinen Sem-
melkrumcn und gedörrten und zu Pulver gel’toss-
nen Eyerdottern, auch Fliegen füttern. Im Win-
ter fressen sie 5 bis 4 Monate lang nich t. Man wirst
ihnen gern grüne Kräuter hinein, darunter sie iicsi
verstecken können. In Gefässen eingesperrt wer-
den sie nicht leicht über 3 Zoll, in Teichen aber
wohl 12 bis 14 Zoll lang. In China heisst dieses
Fisch Kiirgo.
No. 4* Der Hoclirüclveu,
( Ixür tu s indiens Blochii.)
Der Hochrücken ist ein seltener Fisch, der in
gen Ostindischen Gewälsern lebt, sich von Mu-
scheln nährt, nicht über 10 Zoll gross wird, und
wegen seinerglänzenden Gold - und Silber Farbe,
und Blau an den Flossfedern, unter dieschünsten
Waisergeschöpfe gehört.
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